Luxemburg ein Steuerparadies? Na und!

Die Tatsache, dass Belgien sein Nachbarland Luxemburg auf die Liste der Steuerparadiese setzt, sorgt dort lediglich für ein Schulterzucken. Die eigentlichen dadurch entstehenden Probleme kommen nämlich nicht auf die Luxemburger zu, sondern auf die belgischen Finanzbehörden, bzw. auf die davon betroffenen Unternehmen.

Philippe Lambrecht, der Generalsekretär des belgischen Unternehmerverbandes VBO, sagte dazu gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen, dass Luxemburg ein wichtiger Handelspartner unseres Landes sei: „Das wird erhebliche administrative Folgen haben. Dass das deutlich ist: Wir sind als Unternehmerverband gegen jede Form von Betrug. Das ist nicht der Punkt. Aber diese Maßnahme scheint mir wieder eine typische Beschlussform zu sein, ohne die konkreten Auswirkungen davon in Erwägung zu ziehen.“

Die Konsequenz der Entscheidung von Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA), Luxemburg in Folge der Haltung der OECD auf die Liste der Steuerparadiese zu setzen, bedeutet, dass alle Finanztransaktionen über einen Wert von 100.000 € angegeben werden müssen. Das wiederum hält der Dachverband des belgischen Finanzsektors, Febelfin, nicht für besonders schlimm, solange dies auf einer durchdachten gesetzlichen Regelung fußt.

Ob der belgische Schritt aber nicht vielleicht zu früh erfolgte, muss sich noch erweisen. Luxemburg steht seit 2013 auf der schwarzen Liste der OECD (Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa), doch diese könnte das Großherzogtum schon bald wieder davon streichen. Bob Kieffer, der Sprecher der Luxemburgischen Finanzbehörden, bemerkte in diesem Zusammenhang, dass die OECD die Reformen im Bereich Sparrichtlinien, Transparenz und Steuern im Großherzogtum beobachte und zu würdigen wisse und das Land mittelfristig wieder aufwerten werde.