NGO aus Burundi erhält König Baudouin-Preis

Die regierungsunabhängige Organisation Adisco aus Burundi erhält den diesjährigen König Baudouin-Preis für Entwicklung in Afrika. Vertreter von Adisco erhielten diese Auszeichnung am Mittwoch aus den Händen von Baronin Françoise Tulkens, die Vorsitzende der König Baudouin-Stiftung in Anwesenheit des belgischen Königspaars.

Adisco ist eine Organisation, die nach dem Bürgerkrieg in Burundi mit dem Ziel errichtet wurde, um den Frieden zu unterstützen. Ein Projekt der NGO ist, die Autonomie der Bauern in der ehemaligen belgischen Kolonie zu fördern und ihnen zu helfen, ihre Erzeugnisse über praktisch ausführbare Geschäftsmodelle zu vermarkten und zu vertreiben.

Die Stiftungsvorsitzende nannte Adisco in ihrer Laudatio gleichzeitig einfach und ambitioniert: „Ambitioniert durch ihr Ziel, den Fortschritt auf eine solidarische, blühende und würdige Art und Weise möglich zu machen. Einfach durch ihre Herangehensweise: Die Mittel der Bauern in Burundi zu mobilisieren, um deren eigene Unabhängigkeit zu vergrößern und gemeinsam Wirtschaftsmodelle zu entwickeln.“ Der König Baudouin-Preis für Entwicklung in Afrika ist mit 200.000 € dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.

Leider bedroht aktuell ein neuer gewalttätiger Konflikt den Frieden und die Entwicklung in Burundi. Es bleibt zu hoffen, dass ein neuer Bürgerkrieg dort vermieden werden kann. Der noch amtierende Staatspräsident des Landes, Pierre Nkurunziza, hat die Verfassung dahingehend geändert, dass er sich für eine dritte Amtszeit wählen lassen kann. Dies nehmen weite Teile der Bevölkerung und die Opposition nicht hin. Proteste arten dort seit Wochen regelmäßig in gewalttätige Krawalle aus.