Gesundheit: Blutspende, Zecken, Geriater

Gleich mehrere Gesundheitsthemen beschäftigen Belgien in diesen Tagen. Zum Beispiel steht die Frage im Raum, ob homosexuelle Männer Blut spenden dürfen, oder nicht. Weiter wird vor der steigenden Zahl an Zecken in Belgien gewarnt und zuletzt sorgt der Mangel an Geriatern in der Altenpflege für Sorgen in den Kliniken.
RAGUET H. / BSIP

Homosexuelle Blutspender?

Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD - Foto) stellte anlässlich der Eröffnung eines neuen Laboratoriums für das Rote Kreuz die Frage, ob es noch sinnvoll sei, homosexuelle Männer von der Blutspende auszuschließen. Sie will dazu eine Debatte in Gang bringen. Derzeit schreibt das Gesetz vor, dass Männer, die sexuelle Kontakte zu anderen Männern pflegen, kein Blut spenden dürfen, weil hier das Risiko größer ist, auf mit HIV infiziertes Blut zu stoßen.

Gesundheitsministerin De Block ist nicht mehr sicher, ob dieses Verbot noch nötig ist, wie sie am Freitag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab: „Die Sicherheit für die Empfänger von Blut steht natürlich absolut im Vordergrund, doch es kann nicht das Ziel sein, eine bestimmte Gruppe Menschen zu stigmatisieren. Also stehen wir einem Dialog offen gegenüber und werden sehen, inwiefern wir der Sicherheit der Patienten und der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden können.“

Zuwenig Geriater

Die belgischen Gesundheitsbehörden stellen fest, dass in unserem Land zu wenig Geriater zu finden sind. Geriater sind Fachärzte, die sich mit der Behandlung von älteren Patienten beschäftigen. Bei verschiedenen Kliniken in unserem Land sind derzeit rund 40 offene Stellen für Geriater registriert worden, die nicht besetzt werden können.

Das Problem wird in absehbarer Zeit größer werden, denn die Alterspyramide geht auch in unserem Land nach oben. Zudem, so Dr. Johan Flamaing, Geriater an der Löwener Universitätzklinik Gasthuisberg, gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, leiden immer mehr ältere Patienten an mehreren Krankheiten gleichzeitig:

„Wenn die Behandlungen für ältere Menschen zielgerichteter wären, dann könnten 25 % dieser Patienten bei guter Gesundheit zuhause bleiben, während dies derzeit nur 17, % betrifft. Das ist eigentlich ein gutes Argument für eine Klinik, für diesen Teil der Bevölkerung die spezifische Behandlung bieten zu können.“

Immer mehr Zecken

Wer bei heißem Sommerwetter Abkühlung im Wald oder in einem Park sucht, der achtet am besten auf Zecken. Derzeit gehen Schätzungen davon aus, dass in Belgien zwei- bis dreimal mehr Zecken vorkommen, als noch vor 10 Jahren. Die Bisse dieser Insekten können für ernste Erkrankungen sorgen, wie z.B. die Lymekrankheit, auch Borreliose genannt. Diese Krankheit kann Gelenke oder das Nervensystem angreifen und für schwere Hautreizungen sorgen.

Nach Ansicht des belgischen Instituts für Tropische Heilkunde wird in unserm Land aber noch zu wenig im Bereich Zecken und den Krankheiten, die diese auslösen können, geforscht. Wie viele Menschen jedes Jahr von Zecken gebissen werden, ist aber unklar, wie Prof. Maxime Madder von Institut für Tropische Heilkunde angibt: „Wir wissen nicht, wie viele Menschen an Borreliose erkranken und wir wissen auch nicht, wie groß die Zahl der Zecken in Belgien ist.“

Das bedeutet also, wachsam sein. In Osteuropa sind Fälle bekanntgeworden, nach denen Patienten nach Zeckenbissen an Hirnhautentzündung erkrankten. Solch ein Fall ist in Belgien bisher noch nicht bekannt geworden.

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