"Lasst IS-Rückkehrer in Schulen auftreten"

Flanderns Landesministerin für Einbürgerung Lisbeth Homans (N-VA - Foto) sorgte mit einem auffallenden Aufruf für Gesprächsstoff. Die flämische Nationaldemokratin schlägt vor, enttäuschte IS-Kämpfer, die aus Syrien oder aus dem Irak nach Belgien zurückkehren, vor Schulklassen auftreten zu lassen, um potentielle Kandidaten für die radikal-islamistische Terrorgruppe zu entmutigen.

Noch immer sollen sich angeblich pro Monat fünf Jugendliche aus Belgien der islamistischen Terrorgruppe IS anschließen und in deren Kampfgebiete ausreisen. Deshalb schlägt Flanderns Einbürgerungsministerin Lisbeth Homans jetzt einen schärferen Ton an.

In der Samstagsausgabe der flämischen Tageszeitung sagt sie, man solle die Mädchen in Schulklassen erzählen lassen, wie sie mit fünf IS-Kämpfern ins Bett gehen mussten: „Wenn ein Mädchen erzählt, wie sie mit fünf Männern schlafen musste und nur mit einer Kalaschnikow nach draußen durfte, um ein paar Äpfel zu kaufen, dann bleiben viele zuhause.“

Homans hofft, mit Auftritten von desillusionierten ehemaligen IS-Kämpfern oder von der Terrorgruppe ausgenutzte Mädchen vor Schulklassen zu erreichen, dass aus unserem Land auf Dauer kein Nachwuchs mehr für deren Schergen mehr kommt. Sie weiß, dass viele enttäuscht zurückkommen, doch die Medien würden leider lediglich über jene berichten, die weiter radikales Gedankengut verbreiten würden.

"Aufpassen!"

Hans Bonte (Foto) von den flämischen Sozialisten S.PA, der Bürgermeister der flämisch-brabantischen Stadt Vilvoorde bei Brüssel, von wo aus besonders viele junge Leute zur IS und zu anderen radikalen Terrorgruppen ausgewandert sind, hält von den Vorschlägen von Lisbeth Homans nicht viel: „Die Idee, enttäuschte Syrien-Kämpfer bei der De-Radikalisierung von Moslems ist gut, doch sie vor Schulklassen sprechen zu lassen, ist gefährlich und unverantwortlich.“

Bonte befürchtet zum einen, dass solche Schulauftritte auch einen gegenteiligen Effekt haben könnten und zum anderen, dass die Polizei weder die Schulen, noch die betroffenen Ex-IS-Leute vor Racheakten schützen könnten: „Die Personen, die in die Klassen gehen, müssen inhaltlich stark und vollständig de-radikalisiert sein. Sonst könnten sie noch den einen oder anderen auf dumme Ideen bringen.“