Unwetter traf vor allem Westflandern und Brüssel

Das schwere Unwetter, das am Freitagabend über Belgien hinweg zog, hat nicht viel Schaden angerichtet. Am meisten waren die Provinz Westflandern und die Brüsseler Region davon betroffen. In der Nacht zum Samstag zog die Unwetterzone weiter in Richtung Landesinneres und Osten, doch auch hier hielten sich die Probleme in Grenzen.

Blitz und Donner sorgten am frühen Freitagabend für heftige Regengüsse in der Provinz Westflandern, doch es blieb glücklicherweise bei umgestürzten Bäumen, abgeknickten Ästen und einigen unterbrochenen Stromleitungen. Allerdings brannte in Stabroeck eine Scheune nach Blitzeinschlag aus und in Weelde im Kempenland traf es ein Wohnhaus.

Dort brach auch eine mobile Bühne eines Stadtfestes zusammen, doch das Fest findet erst am Samstag statt. Ansonsten sorgten die Wassermassen nach den heftigen Regenschauern für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. In Antwerpen schlossen die Schausteller vorsorglich ihre Stände an der Sommerkirmes Sinksenfoor.

Später zog der Sturm in Richtung Brüsseler Region, wo es den Flughafen in Zaventem traf. Dort wurde der Betrieb teilweise stillgelegt, weil der schwere Sturm das Bodenpersonal auf dem Flugfeld in Gefahr brachte. Doch dieses Problem war nach rund einer Stunde wieder gelöst. In Flämisch-Brabant kam es in der Ortschaft Merchtem zu einer kleinen Windhose und in Beersel entstand nach Blitzeinschlag ein Brand in einer Wohnung, der jedoch rasch gelöscht werden konnte.

In Wallonien traf es vor allem Wallonisch-Brabant und die Grenzgegend zu Frankreich im Hennegau. Doch auch dort blieb es bei umgeknickten Bäumen, umherfliegenden Ästen und Gegenständen sowie Verkehrsproblemen durch überflutete Straßen. An der Kirche von Braine-Le-Compte wirbelten die Aufbauten zu einer Festveranstaltung umher, was aber keine weiteren Schäden oder gar Verletzte mit sich brachte. Im Tierpark Pairi Daiza wurden am Freitagnachmittag zwei Besucher leicht durch umherfliegende Äste verletzt.

Stille bei Radio 1

Auch unser Haus, der flämische Rundfunk VRT, war am Freitag vom Sturm betroffen. Ein Blitzscheinschlag am Funkturm sorgte zeitweise für den Ausfall von Radioprogrammen, doch auch hier war nach einer Viertelstunde wieder Sendebetrieb in vollem Umfang möglich und unser Wettermann Frank Deboosere konnte weiter verkünden, dass es sich bei diesem Unwetter um einen „normalen Sommersturm“ gehandelt habe. Beim Wetteramt KMI in Brüssel hieß es zudem, dass es sich am Freitag mit Temperaturen von bis zu 32°C um den wärmsten 5. Juni seit 1901 gehandelt habe.