"Griechenland muss sich an die Absprachen halten"

Griechenland müsse sich nach Ansicht von Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA - Foto) an die Spielregeln halten, die zur Mitgliedschaft zur Europäischen Union gehören: „Wenn wir jetzt auf das eingehen, was Griechenland fordert, dann werden sich auch andere Länder nicht mehr dazu berufen fühlen, diese Absprachen zu respektieren.“

Der belgische Finanzminister war am Sonntagmorgen zu Gast bei der VRT-Talksendung „De zevende dag“, wo er zu der europäischen Griechenlandfrage deutlich Stellung bezog.

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras hatte noch in der vergangenen Woche gegen die Geldgeber seines Landes ausgeholt und die Maßnahmen der EU-Kommission, der EZB und des Internationalen Währungsfonds unrealistisch genannt. Die Angesprochenen sollten diese „unredlichen“ Vorschläge zurücknehmen, denn die „einzig realistischen und konstruktiven“ Vorschläge wären die der Griechen selbst.

Darüber freute sich auch der belgische Finanzminister nicht gerade. Johan Van Overtveldt sagte dazu am Sonntag: „Was die Eurogruppe der Finanzminister der Eurozone betrifft ist deutlich, dass Griechenland innerhalb der abgesprochenen Programme bleibt. Es kann nicht sein, dass wir plötzlich einen anderen Weg einschlagen.“

Zudem würde ein Eingehen auf die Forderungen der Griechen desaströse Folgen mit sich bringen: „Die Währungsunion fundiert auf Absprachen und Disziplin. Wenn wir jetzt auf das eingehen, was Griechenland fordert, dann werden sich auch andere Länder nicht mehr dazu berufen fühlen, diese Absprachen zu respektieren. Damit würden wir die Zukunft der gesamten Währungsunion aufs Spiel setzen.“

Van Overtveldt erinnerte daran, dass die Iren, die Spanier und die Portugiesen diesen Respekt zeigen würden und ihre Schulden abbezahlen würden, in dem sie sich minutiös an die Vorgaben der EU halten würden: "Was würden die denn sagen, wenn es plötzlich heißen würde, das ist alles nicht mehr so wichtig..."