Investiert der Senat in nicht-ethische Aktien?

Nach Feststellungen der belgischen Grünen Groen in Flandern und Ecolo im frankophonen Spektrum investiert der Rentenfonds des Senats, die zweite Kammer im belgischen Bundesparlament (Foto), in Aktien von Unternehmen, die Waffen, Tabaksprodukte, gesundheitsschädliche Chemikalien oder andere nicht-ethische Produkte herstellen.

Der Rentenfonds des Senats ist mehr oder weniger die Pensionskasse für ausscheidende Senatoren und ehemalige belgische Bundesminister. Ein Teil dieses Geldes wird auch gewinnbringend abgelegt, doch wo investiert wird, ist für die Grünen bedenklich, wie die Senatorin Elisabeth Meuleman, Leiterin der Groen-Ecolo-Fraktion im Senat, gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion bemängelte:

„Es scheint, als ob sich darunter einige dubiose Unternehmen befinden; Unternehmen, die in Schiefergas investieren, in die Waffenindustrie oder in Tabaksfirmen. Wir haben da ein Problem mit, wenn wir halten dies nicht für ethisch und sind nicht damit einverstanden, dass eine Einrichtung der Obrigkeit so vorgeht.“

Der flämische Sozialist Bert Anciaux (SP.A) ist Vizevorsitzender des Rates des Rentenfonds im Senat. Er will den Vorwurf von Groen und Ecolo so nicht im Raum stehen lassen. Seiner Ansicht nach halten sich die Investierungen des Senats an die internationalen Kriterien für ethisches Anlegen:

„Der übergrößte Teil. Unserer Ansicht nach sollten alle Investitionen auf Basis der internationalen Standards, die von Professoren, Ethikern und dergleichen mehr festgelegt werden, erfolgen. Es kann natürlich sein, dass ein Fonds aus einem Korb mit 500 Unternehmen oder dass das eine oder andere Unternehmen vielleicht einen dubiosen Hintergrund hat.“

Hinweise auf unethische Anlagen

Die belgischen Grünen allerdings wollen nach eigenen Angaben Hinweise dafür gefunden haben, dass 54 Mio. € aus dem Rentenfonds des Senats „problematische Investitionen“ betreffen. Dabei handelt es sich z.B. um Obligationen von „KBC Energie“, mit denen die Gewinnung von Schiefergas finanziert wird, oder von „Petercam Agrifood“, die in genetisch veränderte landwirtschaftliche Produkte investieren. Über so genannte „trackers“ sollen auch Rentengelder des Senats in die Waffenindustrie investiert worden sein.

„Wenn nicht ethisch investiert wird, was ich nicht ausschließen kann, dann muss dagegen vorgegangen werden.“, sagte Bert Anciaux aber auch zu den Vorwürfen der Grünen.