Jugendliche Lockvögel sollen die Wirte überprüfen

Im kommenden Sommer sollen minderjährige Jugendliche in rund 20 Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern eingesetzt werden, um zu kontrollieren, ob sich die Wirte an die Gesetzgebung zur Vergabe von Alkohol halten. Die Teenager handeln wie so genannte „mistery shopper“ im Auftrag der flämischen Vereinigung gegen Alkohol- und Drogensucht (VAD).

In Belgien darf kein Alkohol an Minderjährige unter 16 Jahren verkauft werden und starke alkoholische Getränke dürfen lediglich an Jugendliche über 18 vergeben werden. Das gilt sowohl für den Einzelhandel, als auch für den Gaststättenbereich. Doch nicht immer halten sich die Wirte an diese Gesetze. Deshalb setzt die Vereinigung gegen Alkohol- und Drogensucht im kommenden Sommer auf Minderjährige, die Wirte auf ihre Gesetzestauglichkeit hin testen sollen, wie Marijs Geirnaert vom VAD gegenüber der VRT erklärte:

„Diese Jugendlichen, die noch keine 16 sind, gehen in Cafés und bestellen alkoholische Getränke, wie Bier oder Wein. Einige unter 18jährige bestellen harten Alkohol. Falls sich die Wirte auf diese Bestellung einlassen, werden ihnen Flyer ausgehändigt, die auf den Inhalt der entsprechenden Gesetzgebung hinweisen und die Tipps geben. Aber, immer wird ein Präventions-Beauftragter in der Nähe sein, der die Jugendlichen begleitet.“

Danny Van Assche von flämischen Hotel- und Gaststättenverband Horeca Vlaanderen steht hinter dieser Vorgehensweise, wie er der VRT-Nachrichtenredaktion mitteilte: „Warum ist dies wichtig. Viele Wirte beachten das Gesetz zumeist sehr gut, doch einige Mitarbeiter in den Cafés, zum Beispiel Studenten oder Barkeeper, sollen ebenfalls sensibilisiert werden. Es reicht nicht, dass die Betreiber der Lokale das Gesetz kennen und einhalten. Natürlich müssen dessen Angestellte die Gesetzgebung ebenfalls kennen und anwenden.“