Strauß-Kahn von Zuhälterei freigesprochen

Dominique Strauss Kahn ist kein Zuhälter: Er ist vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen worden. Der Freispruch des ehemaligen Chefs des Internationalen Währungsfonds durch den Strafgerichtshof in Lille ist keine Überraschung, denn die Staatsanwaltschaft hatte aus Mangel an Beweisen in diese Richtung plädiert. DSK hatte an Sexpartys in Frankreich, Belgien und den Vereinigten Staaten teilgenommen. Zeugen hatten ihn als den Mittelpunkt eines Prostitutionsnetzes bezeichnet, aber DSK selbst betonte, nicht gewusst zu haben, dass die beteiligten Frauen Prostituierte waren.

Der Fall kam vor vier Jahren ins Rollen, als die Polizei Ermittlungen nach einem Prostitionsnetz im Carlton Hotel im französischen Lille durchführte. Bei den Verhören war häufig der Name Dominque-Strauss-Kahn gefallen. Er hatte an Sexparties teilgenommen.

Die Ermittlungen führten schließlich zur Festnahme von 14 Männern, darunter auch Dominique Alderweireld, ein Zuhälter, der Sexclubs in Nord-Frankreich und Belgien besitzt.

"Ich habe nichts Unrechtes getan, weder in Frankreich, noch in Belgien", beteuerte Alderweireld am Freitag im Fernsehen. "Ich bin nicht wegen des Klimas nach Belgien gegangen, sondern, weil man dort toleranter ist."

Zuhälterei ist in Frankreich strafbar. Und genau dieser Punkt wurde Strauß-Kahn angelastet.

Nebenkläger Emanuel Daoud betonte: "Prostitution ist scheußlich und beschränkt. Es gibt unglückliche Frauen, die die Opfer sind, ob es nun freiwillig ist oder nicht."

Doch der 66-jährige Strauß-Kahn beteuerte, nicht gewusst zu haben, dass die beteiligten Frauen Prostituierte waren. Die Staatsanwaltschaft konnte nicht beweisen, dass er es wusste und hatte sich deshalb gegen eine Strafverfolgung ausgesprochen.

Strauss-Kahn war zuvor schon in Washington davongekommen. Dort hatte ihn ein Zimmermädchen der Vergewaltigung beschuldigt. Das Verfahren wurde durch eine außergerichtliche Einigung beendet. Ihre Zeugenaussage stellte sich als unzuverlässig heraus.