"Benelux soll einheitliches Eisenbahnland werden"

Nach Ansicht des Benelux-Parlaments sollten die Eisenbahnen in Belgien, in Luxemburg und in den Niederlanden so zusammenarbeiten, als ob es sich bei dem Dreiländer-Konglomerat um ein Land handeln würde. Zum Beispiel sollte bei grenzüberschreitenden Bahnverbindungen zwischen diesen Ländern ein Einheitstarif gelten.

Das Benelux-Parlament hat einstimmig beschlossen, den Mitgliedsländern Belgien, Niederlande und Luxemburg und deren Eisenbahngesellschaften NMBS/SNCB, NS und CFL zu empfehlen, die Dreiländer-Region in Sachen Eisenbahn zusammenwachsen zu lassen und als ein einheitliches Tarifgebiet anzusehen. Dazu verfassten die Benelux-Abgeordneten eine „Benelux Railagenda“.

Die flämische Sozialistin Maya Detiège (SP.A), die Vorsitzende des Benelux-Parlaments, sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass der grenzüberschreitende Bahnverkehr mehr und mehr vernachlässigt werde:

„Was wir feststellen ist, dass in den Inlandsverkehr enorm investiert wird, doch im dem Augenblick, in dem dieser Verkehr grenzüberschreitend wird, ändert sich wenig bis gar nichts. Wenn man z.B. von Luxemburg nach Brüssel fahren will, dann dauert das bis zu fünf Stunden. Die meisten Leute denken gar nicht mehr daran, den Zug zu nehmen. Aus wirtschaftlicher Sicht und auch im Hinblick auf die Reisenden, dann ist doch wohl wichtig, dass man schnell von Antwerpen aus in die Niederlande fahren kann oder in Richtung Eindhoven oder Maastricht. Das ist heute nicht der Fall.“

Das Benelux-Parlament fordert zum Beispiel eine schnelle Alternative zum jüngst in Schall und Rauch aufgegangenen Fyra-Schnellzug-Projekt zwischen Brüssel, Antwerpen, Den Haag und Amsterdam. Die heutige so genannte „IC-Direkt“-Verbindung (der frühere Benelux-Zug) ist nicht wirklich ein internationaler Schnellzug. Und auch die internationale Verbindung zwischen Lüttich und Maastricht ist das Papier nicht wert, auf dem der Fahrplan gedruckt ist.

Benelux-Parlament mit Sitz in Brüssel

Das Benelux-Parlament tagt im Palast der Nationen in Brüssel und ist aus Abgeordneten der drei Länder zusammengestellt. Das Parlament zählt 50 Mitglieder, wovon 21 aus Belgien kommen. Das Parlament berät die jeweiligen Regierungen der teilnehmenden Staaten in Sachen grenzüberschreitende Probleme.