Fiskus wirft ein Auge auf Airbnb-Vermieter

Der belgische Fiskus richtet sein Augenmerk jetzt auch auf die vielen tausend Vermieter von Ferienwohnungen und Fremdenzimmern, die ihre Kunden über Airbnb finden. Oft geben diese Vermieter ihre dadurch erzielten Einkünfte nicht gegenüber der Steuer an. Doch damit nicht genug. Auch das flämische Amt für touristische Konzessionen wird auf die Webseite Airbnb aufmerksam.

Airbnb ist eine populäre amerikanische Internetplattform, über die man Ferienwohnungen, Appartements oder einfache Fremdenzimmer bei Privatleuten mieten und vermieten kann. Im belgischen Bundesland Flandern sind Vermietungen via Airbnb vor allem in Brüssel, Gent oder Antwerpen beliebt. Hier kann man zu Preisen von 30 bis 100 € pro Übernachtung bei privat ein Dach über dem Kopf finden.

Doch in vielen Fällen geben die Vermieter ihr über Airbnb erzieltes Einkommen nicht bei der Steuer an, obschon sie per Gesetz dazu verpflichtet sind. Deshalb sucht das Belgian Internet Service Center (BISC), eine Abteilung der Steuerfahndung unseres Landes, jetzt das Internet nach potenziellen Vermietern von Übernachtungsmöglichkeiten über Airbnb oder ähnliche Webseiten ab.

Bisher weiß das belgische Finanzministerium noch nicht wirklich, wie viele Leute ihr auf diesem Wege erzieltes Einkommen an der Steuer vorbei in die Tasche stecken und demnach ist auch noch unklar, wie hoch die dadurch eingenommenen Steuerversäumnisse bzw. die entsprechenden Bußgelder sein können. Da könnte unter Umständen auf einige Betroffene ein dickes Ding zukommen.

Keine Genehmigung

Neben dem belgischen Fiskus ist auch das flämische Landesamt für touristische Konzessionen auf die Airbnb-Vermieter aufmerksam geworden. Wer Touristen Übernachtungen gewährt und zu diesem Zwecke öffentlich wirbt, der ist in Flandern genehmigungspflichtig. Die flämischen Airbnb-Vermieter müssen sich bei dieser Behörde melden und ihre zu vermietenden Räume z.B. brandschutztechnisch abnehmen lassen.

Im vergangenen Jahr haben alle dem Landesamt für touristische Konzessionen bekannten Airbnb-Vermieter ein Schreiben erhalten, in dem sie auf diese Genehmigungsverpflichtung aufmerksam gemacht wurden. Bei Nichtbeachtung der Aufforderung, ihr Gewerbe anzumelden, drohte ein Bußgeld von 250 €. In der vergangenen Woche wurden erneut solche Schreiben versendet.

Jetzt gab ein Airbnb-Vermieter aus Flandern gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion an, dass sich ein Mitarbeiter dieses Amtes bei ihm gemeldet habe. Dieser hatte sich zuerst über Airbnb angemeldet und eine Anfrage für eine Übernachtung gestellt. Danach schickte der entsprechende Mitarbeiter des Amtes dem Vermieter ein Schreiben zu, in dem er sich zu erkennen gab und an die Pflicht, sich offiziell anzumelden, erinnerte.