Peeters: "Die Produktivität hat ihre Grenzen erreicht"

Die Unternehmen in Belgien sind gerade dabei, ihren Vorsprung in Sachen Produktivität im Vergleich mit ihren Mitbewerbern in den Nachbarländern zu verlieren. Dies geht aus Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Daraus wird einmal mehr die Erkenntnis geschlossen, dass die Lohnkosten in Belgien dringend gesenkt werden müssen.

Dieser Ansicht ist auch der belgische Arbeitsminister Kris Peeters (kl. Foto) von den flämischen Christdemokraten CD&V. Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte Peeters am Montag dazu, dass die Produktivität aber auch ihre Grenzen habe:

„Ich bin der Ansicht, dass man nicht Jahr für Jahr die Produktivität erhöhen kann. In Belgien ist enorm in die Automatisierung und in Roboter investiert worden. Aber, man hat natürlich auch die Effizienz und die Arbeit der Menschen sehr gut organisiert, doch da gibt es ein Limit. Und dieses Limit die Produktivität betreffend, glaube ich, haben wir jetzt erreicht. Oder anders gesagt: Auch die anderen Länder haben die Produktivität, die wir in der Vergangenheit hatten, eingeholt. Das bedeutet, dass wir noch an einem wichtigen Element arbeiten müssen, nämlich an den Lohnkosten.“

Ein weiterer Schwachpunkt der belgischen Wirtschaft ist die niedrige Ausfuhr von Waren und Gütern, die in unserem Land hergestellt werden, an Länder außerhalb der Europäischen Union. Unsere Nachbarländer erzielen hier durchschnittlich Werte, die 10 % über den unseren liegen. Einer der Gründe für diese Entwicklung ist wohl die Tatsache, dass ein großer Teil der hiesigen Volkswirtschaft bei mittelständischen Unternehmen liegt und diese exportieren lieber innerhalb der EU.