Straßennutzungsgebühren zur Stoßzeit umstritten

Rund die Hälfte der Flamen glaubt nicht, dass die Einführung von Straßennutzungsgebühren zu den Hauptverkehrszeiten für PKW das leidige Stauproblem lösen würde. Dies ist das Resultat einer Umfrage der Nachrichtenredaktion Umfrage unseres Hauses, VRT-Nieuws, und unseres Radiosenders Radio 1 im Rahmen der Sendereihe BEL10 rund um die gesellschaftlichen Ideen der Hörer.
BELGA/VIDAL

Die Sendereihe BEL10 ging am Montagmorgen in den Äther und bespricht 10 verschiedene Themen aus allen möglichen gesellschaftlichen und auch politischen Bereichen. Diese 10 Themenbereiche wurden aus rund 1.000 von den Radio 1-Hörern aus ganz Flandern herausgefiltert. Den Anfang machte der Themenbereich Verkehr und Mobilität unter dem Motto „Weg mit den Staus“.

Etwa die Hälfte der Flamen glaubt also, dass gestaffelte Verkehrsgebühren für Personenautos in den Stoßzeiten am Stauproblem in unserem belgischen Bundesland nichts ändern werden. Dennoch geht Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA - Foto) davon aus, dass ein solches System früher oder später eingeführt werden wird. Sein wallonischer Amtskollege Carlo Di Antonio (CDH) ist da aber ganz anderer Ansicht. Er setzt vielmehr in seinem Bundesland auf eine steuerlich absetzbare Vignette. Gebühren für Lastwagen werden allerdings bereits im kommenden Jahr eingeführt.

Besonders umstritten ist in Belgien das Thema Firmenwagen. 37,9 % der Befragten in Flandern sind der Ansicht, dass Firmenwagen ein Teil des Gehalts sind und dass sie demnach nicht höher steuerlich belastet werden dürfen. 33,6 % der Befragten sind hingegen der Meinung, dass gerade die riesige Zahl der Firmenautos einer der vornehmlichen Gründe für das allgemeine Stauproblem in Flandern sind. Der Rest der Umfrageteilnehmer hatte dazu allerdings gar nicht erst eine deutliche Meinung. Und die flämische Landesregierung ist auch nicht wirklich damit beschäftigt, Firmenwagen höher zu besteuern.