Aussagen unter Hypnose führen zu Verurteilung von Vergewaltiger

Ein ehemaliger Brügger Notar ist vom Strafgericht in Brügge wegen Vergewaltigung und Folter zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Dieser Fall ist in Belgien und sogar in Europa einzigartig, denn dem Opfer, das sich nicht mehr an die Taten erinner konnte, gelang es unter Hypnose, Hinweise auf seinen Peiniger zu geben. Die Aussage unter Hypnose war allerings nur ein Element unter zahlreichen anderen.

Der ehemalige 54-jährige Notar, Bruno Gerin, ist am gestrigen Montag verurteilt worden. Das Gericht hat es als erwiesen angesehen, dass der Mann am 17. Juni 2010 in einem Bed and Breakfeast in Oostkamp eine junge 19-jährige Frau vergewaltigte.

Dem Opfer war es nicht gelungen, sich an die Tat zu erinnern. Daraufhin hatte der Untersuchungsrichter vorgeschlagen, die Frau durch einen Kriminalexperten unter Hypnose anhören zu lassen.

Das Opfer, das bis heute keinerlei Erinnerung an die Vergewaltigung hat, sei von der Aufzeichnung ihrer Aussage unter Hypnose tief beeindruckt gewesen, beteuerte der Anwalt der jungen Frau.

Ein unabhängiger Experte bewertete ihre Zeugenaussage als verläßlich und kohärent. Der Täter, Bruno Gerin, leugnet die Tat jedoch bis heute.

Die extrem harte Strafe wurde nicht allein durch die Vergwaltigungstat erklärt, sondern auch aufgrund der Folter. In das Opfer wurde wiederholt mit einem harten Gegenstand eingedrungen. Dabei kam es zu starken Verletzungen.

Der Fall sei allerdings weit davon entfernt, sich allein auf die Hypnose-Aussage der Frau zu stützen, schreibt die französischsprachige Zeitung La Dernière Heure.

Die Zimmer mit Frühstück-Einrichtung verfüge über Überwachungskameras. Der Notar sei der einzige gewesen, der in dem Zeitraum, in dem die junge Frau vergewaltigt wurde, in das Gebäude hinein- und wieder hinausgegangen sei, weiß die Zeitung zu berichten.

Außerdem habe man bei dem Mittfünfziger spezielle Gegenstände, Magazine und DVDs für Sexspiele gefunden.

Der Psychiater hat den Mann als eine Person beschrieben, für die eine Abwesenheit von Empathie typisch sei. Außerdem sei der Täter Linkshänder gewesen, genau wie der Notar. Die Hypnose sei ein weiteres Element in der Beweisführung gewesen, so die Zeitung noch.

Der Notar, der die Tat bis heute leugnet, hat entschieden, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.