Ministerin annulliert Geschichtsabitur

Die Bildungsministerin der Französischsprachigen Gemeinschaft, Joëlle Milquet (kleines Foto), hat die Abiturprüfung in Geschichte für dieses Schuljahr gestrichen. Das Thema der Abituraufgaben und einige Fragen hierzu waren in den sozialen Medien im Internet aufgetaucht.

"Infolge der über die sozialen Medien verbreiteten gesamten Geschichtsprüfung, die morgen hätte stattfinden sollen, (...) informiere ich Sie darüber, dass die externe Geschichtsprüfung (...) von Morgen annulliert ist", hieß es in einem Infobrief der Französischsprachigen Gemeinschaft, die sich seit Mai 2011 Fédération Wallonie-Bruxelles nennt, am gestrigen Montag.

Nach der sechsten Klasse der weiterführenden Schule findet in der Französischsprachigen Gemeinschaft die Abiturprüfung statt. Diese ist erstmals in diesem Jahr zentral, das heißt, dass am Ende des Abiturjahres eine große Prüfungsreihe vorgesehen ist, bei der die Prüfungen für alle Schüler und in allen Schulen die gleichen sind.

Die Prüfungsunterlagen dürfen erst eine Stunde vor Beginn der Abschlussprüfung ausgepackt werden. Doch gab es offensichtlich eine undichte Stelle. Das Thema der Abituraufgaben, die Fragen und zu analysierenden Dokumente der Geschichtsprüfung sind schon vorher in den sozialen Medien aufgetaucht.

Die Bildungsministerin der wallonischen Gemeinschaft hat deshalb am gestrigen Montag entschieden, die zentrale Geschichtsprüfung in diesem Jahr abzusagen, das heißt aus der Prüfungsreihe zu streichen.

Der französischsprachige Rundfunk RTBF, ist an diesem Dienstag in die Schulen gezogen, um herauszufinden, wie die Schulen darauf reagieren. In einigen der Schulen, so der Sender RTBF, bräuchten die Schüler am heutigen Dienstag einfach nicht zu Schule kommen. In anderen Schulen wiederum müssten die Schüler zwar anwesend sein, aber man wisse noch nicht, was man sie machen lasse. Das seien die beiden Extreme. An wieder anderen Schulen würde ein Teil der Geschichtsprüfung vorgelegt und in einigen Schulen würde die Schule eine eigene Geschichtsprüfung organisieren. Eine neue Zentralpüfung in Geschichte scheint für Ende dieses Schuljahres jedenfalls zu  schwierig, zu organisieren.

Die Französischprüfung vom Montag, heißt es, würde hingegen für gültig erklärt. Das hat die Ministerin am gestrigen Montag auch noch in der Krisensitzung entschieden.