Belgiens Bauwirtschaft verlangt Abgabensenkung

Die Bauwirtschaft in Belgien verlangt 18 % Steuer- und Abgabenerleichterung. Das entspricht einer Abgabensenkung um 6 € pro geleisteter Arbeitsstunde. Hinter dieser Forderung stehen die Sozialpartner in der hiesigen Bauwirtschaft - sprich die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmerverbände. Nur so blieben die belgischen Unternehmer auf Dauer wettbewerbsfähig, hieß es dazu.

Der Bausektor in Belgien geht davon aus, dass bei Ausbleiben einer drastischen Senkung der Lohn- und Arbeitskosten ab 2019 bis zu 20.000 Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Seit 2012 sind bereits rund 17.500 Stellen am Bau abgebaut worden. Die hiesige Bauwirtschaft sieht sich der billiger arbeitenden Konkurrenz aus dem Ausland im Wettbewerb ausgeliefert und drängt auf eine deutliche Abgabenerleichterung um 18 %.

Die belgische Bauverband rechnet vor: Ein belgischer Bauarbeiter kostet 32 € pro Stunde während ein Kollege aus Polen nur mit 22 € pro geleistete Arbeitsstunde zu Buche schlägt. Das Problem dabei ist, dass die Bauarbeiter aus Osteuropa hier legal zu diesen Bedingungen arbeiten. Demnach, so der Verband, bleibe Belgien gar nichts anderes übrig, als die Nebenkosten zu senken. Die Arbeitslosigkeit von tausenden Bauarbeitern würde dem belgischen Staat auf Dauer mehr kosten, als eine Abgabenerleichterung.

Die Bauwirtschaft hat aber mit der Billiglohn-Konkurrenz nicht das einzige Problem. Ein zweites Problem stellt das festgestellte Null-Wachstum im Hinblick auf den Bau dar. Das liegt nicht zuletzt an der Sparpolitik des belgischen Staates, die ein Zurückschrauben von Investitionen zur Folge hat. Ein Beispiel nennt der Jahresbericht der Bauwirtschaft in Belgien: Die gesunkenen Dotationen für die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB. Nur der Wohnungsbaumarkt sorge noch für Lichtblicke, so der Bauverband, denn hier konnte man im vergangenen Jahr immerhin ein Wachstum um 3 % registrieren.