FM Brussel-Schließung vorläufig abgewendet

Mit der Entlassung von Michel Tubbax, dem CEO der Flämisch-Brüsseler-Medien-Vereinigung, ist das Aus für den regionalen Brüsseler Radiosender FM Brussel vorerst abgewendet. Tubbax, der sein Amt erst im November 2014 übernommen hatte, drückte eine Reform der flämischen Medien in der Region Brüssel-Hauptstadt ohne sein Personal durch.

Als vor einigen Tagen bekannt wurde, dass der Radiosender FM Brussel noch in diesem Monat seine Programme einstellen müsse, verlangten alle Mitarbeiter der Medien-Vereinigung VBM, die auch FM Brussel verwaltet und betreibt, die sofortige Entlassung von CEO Michel Tubbax. Nach Angaben des Personals der Vereinigung Flämisch-Brüsseler Medien müsse Tubbax entlassen werden, denn man habe kein Vertrauen in ihn. Er habe seine totale Unfähigkeit im Medienbereich unter Beweis gestellt, hieß es dazu seiner Zeit.

Der hier zuständige flämische Landesmedienminister Sven Gatz (kl. Foto) von den Liberalen Open VLD hingegen stand anfangs noch hinter dem Vorgang, denn FM Brüssel habe zu wenig Hörer gehabt. Die zu der VBM-Gruppe gehörende Zeitung Brussel Deze Week (kurz BDW), deren Webseite brusselnieuws.be und der regionale Fernsehsender TV Brussel müssten ein breiteres Publikum ansprechen, so Gatz am 9. Juni:

„Wir machen Nachrichten für die niederländisch-sprachigen Brüsseler, ganz klar, doch wir müssen weiter gehen, sonst sind wir in der Stadt nicht wirklich relevant. Das ist das gleiche, wie mit der niederländisch-sprachigen Bildung in Brüssel. Die Schulen richten sich an die Flamen, doch inzwischen hat die Mehrheit der Schüler dort eine andere Muttersprache. Darauf müssen sich auch die Medien einlassen."

Doch jetzt wendete sich das Blatt. Tubbax muss gehen, womit der Forderung des Personals, des Managements und auch des Verwaltungsrates der VBM entsprochen wird. FM Brussel sendet jetzt vorläufig bis zum 15. Oktober weiter, wie Eric Laureys, der das Personal des Hauses vertritt, am Mittwoch gegenüber der VRT:

„Was das Personal verlangte, hat es auch bekommen. FM Brussel sendet bis zum 15. Oktober. Bis dahin wird eine Arbeitsgruppe untersuchen, welchen strategischen Plan wir ausrollen müssen, um die Zukunft der flämischen Medien in Brüssel absichern zu können. Wir waren der Ansicht, dass die Grundlagen des Plans (von Michel Tubbax (A.d.R.)) keine Rücksicht auf den journalistische Inhalte nahm und nur Werbung und Marketing vorsah. Diesen Plan lehnten wir ab. Jetzt wird nichts mehr verlangt, sondern jetzt wird beraten.“

Jonas Roosens