Kommt das Aus für Prepaid-Telefonkarten?

Belgiens Justizminister Koen Geens (CD&V) plant das Ende der so genannten Prepaid-Karten, anonyme SIM-Karten für Mobiltelefone aller Art. Diese Telefonkarten bieten vor allem Kriminellen eine Möglichkeit, unerkannt zu kommunizieren. Das wiederum ist Polizei und Justiz ein Dorn im Auge.

Nicht selten findet die Polizei bei Razzien oder Haussuchungen in kriminellen Kreisen dutzende Handys und entsprechende Prepaid-SIM-Karten. Straftäter ändern gerne ihre Telefone, ihre Telefonnummern und dabei helfen diese Telefonkarten, die ganz einfach z.B. im Supermarkt zu erwerben sind. Die Polizei kann Kriminelle, die so arbeiten, nur selten identifizieren oder orten.

Das belgische Justizministerium will jetzt, dass sich Telefonkunden oder die Käufer von Prepaid-Karten vor dem Erwerb identifizieren. Justizminister Geens bittet jetzt seinen für Telekommunikation zuständigen Regierungskollegen Alexander De Croo (Open VLD), wie dies zu bewerkstelligen sein könnte. Gegenüber der VRT gab Geens an, dass die Kabinette in dieser Angelegenheit bereits eng zusammenarbeiten.

Vielleicht ist das Verbot für anonyme Prepaid-Karten nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn das kriminelle Milieu weicht vermehrt ins Internet aus und kommuniziert z.B. via Skype. Und doch besteht Handlungsbedarf, denn Belgien ist eines der wenigen Länder in Europa, in denen es noch möglich ist, Prepaid-SIM-Karten ohne Identifizierung zu erwerben.