Neue Regelungen: Was ändert sich ab 1. Juli?

Flandern senkt die Schenkungssteuer für Immobilien, veröffentlicht einen digitalen Plan der Pachtgebiete für Jäger und erhöht die Müllabgabe. Belgienweit können die Betreiber von Gaststätten ab sofort deutlich mehr Gelegenheitspersonal beschäftigen und auch im öffentlichen Nahverkehr ändern sich einige Dinge.

Immobilien verschenken

Das Verschenken von Häusern oder Grundstücken wird im belgischen Bundesland Flandern günstiger, als das Vererben von Immobilien, denn die Landesregierung senkte jetzt die Schenkungssteuern deutlich nach unten. Diesem Gesetzesvorschlag stimmte das flämische Landesparlament im Juni zu. Seit kurzem werden die Notare in Flandern mit Anfragen zu Informationen in Verbindung mit Schenkungsakten von Immobilien (Foto oben) geradezu überhäuft.

Digitaler Jagdplan

Die flämische Landesregierung digitalisierte einen so genannten „Jagdplan“. Das bedeutet, dass die Menschen in Flandern einfacher feststellen können, ob und wann ihre Parzellen als Jagdgebiet genutzt werden können. In Flandern müssen Jäger bei den entsprechenden Behörden ihren eigenen Jagdplan einreichen.

Die Jagdpachten müssen aus mindestens 40 Hektar zusammenhängendem Land bestehen. Was bisher über papierene Formalitäten geschah, funktioniert ab sofort auf einheitlichem digitalem Wege. Dieser Vorgang gehört in die allgemeine Modernisierung des flämischen Verwaltungsapparats.

Abfallabgabe steigt an

Die flämische Landesregierung hebt die Abgabe auf Abfall um 50 % an. Diese Maßnahme wurde nach dem Prinzip „der Abfallverursacher bezahlt“ vorgenommen. Diese Erhöhung der Abgabe soll laut Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) zur vermehrten Nutzung wiederverwertbarer Materialien führen und den Wertstoffumlauf verstärken. Der Verband der flämischen Städte und Gemeinden (VVSG) geht davon aus, dass dies auf kommunaler Ebene landesweit zu Mehrausgaben von rund 4 Mio. € führen wird.

Brüssel: MOBIB ersetzt Papierfahrkarte

Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB ersetzt ab sofort die herkömmlichen Fahrkarten durch die elektronische MOBIB-Karte. Man wird zwar noch Einzelfahrscheine in Papierversion erwerben können, doch die 5er und 10er Karten gibt es künftig nur noch elektronisch.

Mit einer MOBIB und MOBIB-Basiskarte kann man das komplette öffentliche Nahverkehrsnetz in Brüssel und alle die Hauptstadt bedienenden Regionalgesellschaften nutzen: MIVB/STIB, die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn, die wallonische Nahverkehrsgesellschaft TEC und auch die belgische Bahn NMBS/SNCB. Das Brüsseler Nahverkehrsnetz wird auch JUMP-Zone genannt. Die MOBIB-Karte ist eine interoperable Chipkarte. Auf dieser Karte können mehrere Abonnements gespeichert werden. Die Karte selbst ist aber kein Abonnement.

Fahrkartenautomaten ersetzen Schalter in 33 Bahnhöfen

Seit dem 1. Juli sind die Fahrkartenschalter in 23 Bahnhöfen in ganz Belgien definitiv geschlossen. Reisende müssen ihre Fahrkarten dort ab sofort an entsprechenden Automaten ziehen. Im Laufe der kommenden 12 Monate werden weitere 10 Schalter durch Fahrkartenautomaten ersetzt werden. Die ab dem 1. Juli geschlossenen Schalter: Asse, Aywaille, Beauraing, Beernem, Bilzen, Bornem, Duffel, Flémalle-Haute, Fleurus, Haacht, Jemeppe-sur-Sambre, Koksijde, Landegem, Leopoldsburg, Lommel, Londerzeel, Nijlen, Pepinster, Vielsalm, Walcourt, Wervik, Yvoir und Zele. Die 10 bis Juni 2016 zu schließenden Schalter: Bertrix, Boom, Gouvy, Mariembourg, Poperinge, Quiévrain, Rivage, Temse, Willebroek und Wondelgem.

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB erhofft sich dadurch und durch weitere Maßnahmen eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Eisenbahn in unserem Land. Probleme entstehen, wenn die Automaten nicht funktionieren oder wenn die Kleingeldaufnahme (Scheine nehmen die Automaten nicht an) voll ist, denn das Nachlösen im Zug kostet automatisch 7 € Aufschlag…