72 Terrorverdächtige in Belgien verhaftet

Im vergangenen Jahr wurden in Belgien 72 Personen wegen Terrorverdachts festgenommen. Das sind mehr als drei Mal so viele wie 2013. Diese Zahlen stammen aus dem Jahresbericht 2014 von Europol. In diesem Bericht wird vor der Gefahr der Zunahme von terroristischen Anschlägen in Europa gewarnt.

Europol meldet für das vergangene Jahr 201 durchgeführte oder vereitelte Anschläge in der Europäischen Union. Einer davon fand im Mai 2014 in Brüssel statt und zwar im Jüdischen Museum. Bei den Anschlägen kamen vier Menschen ums Leben. In Belgien wurden letztes Jahr aber auch 72 Personen wegen Terrorverdachts festgenommen.

Damit liegt Belgien in Europa auf Rang vier hinter Frankreich (238), Spanien (145) und Großbritannien (132). In fast allen Fällen in Belgien handelte es sich dabei um Terrorverdacht, der religiös motiviert war. Bei einem einzigen der Verdächtigen handelte es sich um einen rechtsradikalen Terrorverdächtigen. Zwischen 2013 und 2014 stieg zudem die Zahl der Gerichtsverfahren bei Terrorfällen von 8 auf 46.

Warnung vor Anschlägen

Europol und die EU-Mitgliedsländer warnen vor einer Zunahme von Terroranschlägen in der Union. Eine große Gefahr geht wohl in diesem Zusammenhang von in ihre Herkunftsländern zurückkehrende ehemalige Kämpfer von radikal-islamistischen Terrorgruppen aus z.B. Syrien oder dem Irak. Die IS oder mit al-Qaeda verbundene Terrorgruppen hätten heutzutage die Intention, die Kapazität und auch die Mittel dafür, in Europa aktiv zu werden.