ASTB-Streikankündigung ist heftig umstritten

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB verurteilt die Ankündigung der unabhängigen Lokführergewerkschaft ASTB, ab jetzt den ganzen Sommer lang jeden Samstag die Arbeit niederzulegen, aufs Schärfste. Auch Fahrgastverband ZugTramBus (TTB) lässt an diesem Vorhaben kein gutes Haar. Nicht zuletzt hält man auch in den touristischen Regionen des Landes von wöchentlichen Bahnstreiks in den Ferien nichts.

„Dieser Streik wird besonders viele Fahrgäste treffen. Diese Aktion der ASTB wird dem Image der belgischen Bahn einmal mehr schaden und degradiert die täglichen Anstrengungen der Eisenbahner, die seit Anfang 2014 an der Pünktlichkeit der Züge arbeiten.“, heißt es in einer Pressemitteilung von Seiten der NMBS/SNCB zu den angekündigten wöchentlichen Lokführerstreiks.

Die Bahn weist auch darauf hin, dass gerade zur Ferienzeit und besonders an den Wochenenden im Juli und August zusätzliche Züge in Richtung belgische Küste eingesetzt werden.

Und genau dort, an der belgischen Küste, kommt die Streikankündigung der unabhängigen Lokführergewerkschaft ASTB gar nicht gut an, denn dort können diese Arbeitsniederlegungen schwere Folgen haben, wie z.B. der Bürgermeister des Badeortes Blankenberge, Patrick De Klerck (Open VLD), andeutet:

„Wenn man sich vor Augen hält, dass etwa 15 % der Tagestouristen mit dem Zug an die Küste fahren und dass im Sommer bis zu einer Millionen Tagesgäste zu uns kommen, dann finde ich das unerhört!“ Das sei eine Ohrfeige für die Küste, so De Klerck: „Die Pendler und die Touristen werden schon wieder getroffen und werden durch die Bahn erneut in Geiselhaft genommen. Ich finde das sehr schade.“

Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) ist der Ansicht, dass sich die ASTB mit ihrer Haltung mehr selbst schadet: „An sieben Samstagen Familien, Mobilität und Tourismus treffen. Das ist schon eine sehr kontraproduktive Art und Weise, mit der man um Verständnis für die eigenen Lohnforderungen bitten will.“

BELGA/DECONINCK

Fahrgastverband TTB erbost

Auch wenn die unabhängige Lokführergewerkschaft ASTB eine eher kleine Gewerkschaft ist, gelingt es ihr doch regelmäßig, den Bahnverkehr in Belgien mit ihren Streiks empfindlich zu treffen. Für den belgischen Fahrgastverband TTB ist das Maß voll. Jan Van Severen vom TTB ist der Ansicht, dass die ASTB jetzt endgültig übertreib:

„Hier schaltet man ein sehr schweren Mittel zur Aktion ein und das für etwas, was meiner Ansicht nach nicht lebensbedrohlich ist, nämlich eine Lohnerhöhung. Überdies trifft man die Touristen besonders schwer. Das sind Leute, die während den Ferien irgendwohin fahren wollen. Viele von ihnen fahren eine Woche lang in Ferien - von Samstag bis Samstag. Die werden zweimal getroffen, bei der Hin- und bei der Rückfahrt.“