Geheimaktion rettet 244 syrische Christen

In den vergangenen beiden Monaten hat unser Land eine geheime Rettungsaktion in die Wege geleitet, die das Leben von 244 Christen aus der syrischen Stadt Aleppo gerettet hat. Diese Syrer wurden über Libanon aus ihrem Land geschleust und fanden danach Aufnahme in Belgien.

Eine Gruppe von 25 Personen in Belgien, die sich um den in Flandern bekannten Kinder- und Jugendpsychiater Peter Adriaenssens (Foto oben vor Außenminister Didier Reynders (MR)) versammelt hatte, sprach die Behörden und die Politik in unserem Land an und bat ihre Hilfe bei der Rettung von Menschen in Syrien an.

Die Idee war, in erster Linie Familien mit schulpflichtigen Kindern aus Aleppo herauszubekommen, sagte Adriaenssens gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Diese Leute wollen zu allererst wieder in ihre Heimat zurückkehren. Darin wollen wir sie bestärken, in dem wie die Talente, die bei deren Kindern liegen, fördern.“

Die über den Libanon nach Belgien geschleusten Familien wurden nicht in erster Linie gerettet, weil sie Christen sind, sagte Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA) dazu: „Wir haben seit Ausbruch des Konflikts rund 5.500 Syrier anerkannt. Darunter sind sehr viele Moslems. Wir machen zwischen den Religionen an sich keinen Unterschied, doch die Christen sind dort die am meisten gefährdete Gemeinschaft.“

Die 70 angesprochenen Familien mit insgesamt 244 Personen mussten selbst sehen, wie sie von Aleppo aus zur syrisch-libanesischen Grenze gemangten. Von dort aus wurden sie von Vertretern der belgischen Botschaft in Beirut begleitet. Die letzte Gruppe der Geretteten kam erst am vergangenen Wochenende in Belgien an. Bis dahin hatten die belgischen Behörden und die Initiativnehmer um Peter Adriaenssens in dieser Angelegenheit stillgehalten.

Aleppo

Aleppo im Nordwesten von Syrien ist die drittgrößte christliche Stadt in der arabischen Welt. Doch seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien leben die einst rund 160.000 Christen im wahrsten Sinne des Wortes in der Hölle.

Die christlichen Stadtteile von Aleppo liegen entlang der Frontlinie zwischen den syrischen Regierungstruppen, den Gegnern von Präsident Assad und den radikal-islamistischen Rebellen der IS. Schätzungen zufolge halten sich derzeit noch immer rund 50.000 Christen in dieser Stadt auf.