Familie von erschossenem Syrienkämpfer zieht vor Gericht

Die Familie von einem der beiden Männer, die im Januar in Verviers (Ostbelgien) bei einem Anti-Terroreinsatz erschossen wurden, hat Klage wegen Mordes erhoben. Sie tritt als Nebenkläger auf. Die Familie fordert eine unabhängige Ermittlung im Falle des Polizeieinsatzes in Verviers. Bei dem Polizeieinsatz am 15. Januar wurden zwei zurückgekehrte Syrienkämpfer erschossen, ein dritter Mann wurde schwer verletzt.

Die Familie des 26-jährigen Soufiane Amghar tritt als Nebenkläger auf. Sie fordert eine ganze Reihe von Ermittlungsdaten und weist dabei auf mehrere Ungereimtheiten in Verband mit dem Tod des Syrienkämpfers hin. Das schreibt die Zeitung La Dernière Heure.

"Die Familie wünscht die Durchführung einer unabhängigen Untersuchung, um den Ablauf des Antiterror-Einsatzes, bei dem ihr Kind, ihr Bruder, getötet wurde, noch einmal unter die Lupe zu nehmen", betont die Anwältin der Familie, Virginie Taelman.

Die Familie will vor allem wissen, ob der junge Mann bei dem Einsatz Widerstand geleistet habe oder nicht. Es sei ja nur in eine Richtung (aus der Richtung der Polizei in Richtung der mutmaßlichen Terroristen) geschossen worden und nicht in die andere Richtung.

"Egal, wie diese Untersuchung ausgeht, die Familie wird das Ergebnis akzeptieren und das Kapitel abschließen können. Sie möchte sich aber erst einmal nicht dazu äußern, um die Ermittlungen nicht zu behindern."

Mitte Februar hatte die Familie von Soufiane Amghar darauf hingewiesen, dass sie die Polizei im April 2014, als sie ihren Sohn in Syrien vermutete, um Hilfe gebeten habe. Die Polizei hätte der Familie versichert, sie auf dem Laufenden halten zu wollen. Danach hätte sie aber nichts mehr von ihr gehört - bis zum Tod von Soufiane.