Außenminister bei Gedenken in Srebrenica

In der ostbosnischen Stadt Srebrenica gedenken Zehntausende den mehr als 8.000 Opfern des Völkermords vor 20 Jahren. An dem Gedenken in der bosnischen Kleinstadt nahmen auch zahlreiche Politiker aus dem Ausland teil. Belgien wurde durch Außenminister Didier Reynders vertreten.

Reynders (kleines Foto) unterzeichnete auch ein Kondolenzbuch für die Opfer.

Das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 war das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg und wurde vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag als Völkermord eingestuft. Kurz vor Ende des Bosnienkriegs waren bosnisch-serbische Milizen in die damalige UN-Schutzzone einmarschiert und hatten an den niederländischen UN-Blauhelmsoldaten vorbei rund 8.000 muslimische Jungen und Männer verschleppt und getötet.

Mehr als 6.200 der Opfer sind inzwischen in der Srebrenica-Gedenkstätte bestattet. An diesem Samstag wurden während des Gedenkens 140 weitere Opfer beigesetzt, die erst in diesem Jahr identifiziert wurden. Noch immer sind jedoch 1.100 Leichname nicht gefunden.

Die Zeremonie vom Samstag verlief nicht ohne Zwischenfälle. Wütende Demonstranten hatten am Morgen laut der Agentur Reuters den serbischen Ministerpräsidenten, Aleksandar Vucic, der ebenfalls am Gedenken teilnahm, ausgebuht und mit Steinen und Schuhen beworfen. Ein Stein traf den Premier im Gesicht, so dass seine Brille zerbrach.