Immer mehr Bürger zeigen Nachbarn beim Finanzamt an

Eine Rekordzahl Belgier hat in diesem Jahr bereits einen Mitbürger bei der Steuerbehörde angezeigt. Im ersten Halbjahr sind knapp 1.600 Meldungen beim Fiskus eingegangen. Das ist 20 Prozent mehr als im letzten Jahr.

Offenbar stellen sich die Menschen immer häufiger Fragen zum teuren Auto oder dem Luxusschwimmbad des Nachbarn, des Expartners oder eines Familienmitglieds. Das Finanzamt geht jeder Anzeige nach. 

Der Sprecher des Finanzministeriums, Francis Adyns, betonte im VRT-Radio hierzu: "Oft handelt es sich um sehr allgemeine Dinge, zum Beispiel um Schwarzarbeit - damit können wir nicht viel anfangen - aber in anderen Fällen ist die Sache ziemlich konkret. Da haben wir konkrete Hinweise von Fällen, die inakzeptabel sind. Die Meldung ansich ist noch kein Grund, um eine Kontrolle durchzuführen oder eventuell einen Steuernachschlag zu begründen."

Einer von drei Denunzianten will anonym bleiben. Das Finanzamt rechnet bis Ende des Jahres mit insgesamt 3.200 Anzeigen. Bei 6,8 Millionen steuerpflichtigen Personen bleibt dieses Phänomen alles in allem jedoch sehr begrenzt.