Belgien weist erstmals einen radikalen Imam aus

Zum ersten Mal hat die belgische Bundesregierung einem radikalen islamischen Geistlichen die Aufenthaltserlaubnis entzogen. Bei dem Betroffenen handelt es sich offenbar um einen marokkanisch-niederländischen Imam aus Dison bei Verviers in der Provinz Lüttich, wie mehrere Tageszeitungen am Dienstagmorgen meldeten.

Offenbar hatten die Staatssicherheit und des belgische Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse (OCAD) den Imam schon länger im Visier. Der Imam soll in radikal-islamischen Kreisen in Verviers, wo im Januar noch eine Terrorzelle ausgehoben wurde, wobei zwei mutmaßliche Terroristen von der Polizei erschossen wurden, sehr aktiv gewesen sein.

Nach Ansicht von Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA - kl. Foto), hatte der Imam u.a. mit seinen Sympathien für den jungen Algerier Mohammed Merah, der 2012 im französischen Toulouse drei Kinder und einen Erwachsenen in einer jüdischen Schule umgebracht hatte, nicht hinter dem Berg gehalten.

Mit dem Entzug der Aufenthaltsgenehmigung des Imams aus Verviers wird zum ersten Mal ein islamistischer Hassprediger in Belgien des Landes verwiesen, wie Staatssekretär Francken gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab:

„Dies ist ein erstes Dossier. Weitere besonders radikale Hassprediger, die die Hirne unserer jungen Moslems mit extremistischen Ideen und dem Aufruf zum Hass vergiften, werden noch folgen.“ Der ausgewiesene Imam hat aber noch das Recht, seine Ausweisung vor dem Rat für Ausländerkonflikte anzufechten.

Der Imam wird aller Voraussicht nach in die benachbarten Niederlande zurückkehren. Staatssekretär Francken hat seinen niederländischen Amtskollegen Klaas Dijkhoff bereits von dem Vorgang unterrichtet. Francken hatte erst in der vergangenen Woche sieben Syrienkämpfern aus unserem Land die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt, in dem er ihr Aufenthaltsrecht einzog.

Inzwischen wurde bekannt, dass Staatssekretär Francken vier weitere in Belgien aktive Hassprediger ausweisen will. Dabei handelt es sich offenbar um radikale Imame aus Marokko, Algerien und Afghanistan.

Nicolas Maeterlinck