Ein neues "Mayonnaise-Gesetz" muss her!

Die belgische Bundesregierung plant eine Anpassung des so genannten „Mayonnaise-Gesetzes“, das die Zutaten für die Herstellung dieser populären Soße regelt. Bisher ist seit und 60 Jahren per Königlichem Beschluss festgelegt, dass Mayonnaise in Belgien zu 80 % aus Fett und zu 7,5 % aus Eigelb bestehen muss. Doch die Hersteller wollen den allgemeinen Trend folgen und den Fettanteil senken. Dazu braucht es aber eine Gesetzesreform.

Eine Portion Fritten mit Mayonnaise gehört zu den Grundnahrungsmitteln in Belgien und diese populäre Soße ist in der kulinarischen Welt in unserem Land kaum wegzudenken. Doch sowohl die Verbraucher, als auch die Gastronomen und Köche sowie die Hersteller wollen dem allgemeinen Trend folgen und den Fettgehalt in ihren Produkten nach unten korrigieren.

Doch damit haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn die Zusammenstellung der Zutaten für Mayonnaise und artverwandte Soßen ist in Belgien per Gesetzt, bzw. per Königlichem Beschluss geregelt. Und dieses Gesetz legt fest, dass Mayonnaise zu 80 % aus Fett und zu 7,5 % aus Eigelb bestehen muss.

„Die Situation ist nicht länger haltbar.“, so Nicholas Courant vom Verband der belgischen Lebensmittelindustrie Fevia: „Unsere Produkte leiden unter Diskriminierung. Ausländische Kollegen dürfen Mayonnaise auf den Markt bringen, die weniger fettig ist. Sie können der steigenden Nachfrage nach Soßen mit weniger Kalorien entsprechen.“ Die belgischen Soßenhersteller verlangen, dass der 60 Jahre alte Königliche Beschluss endlich den heutigen Ansprüchen angepasst wird.

Doch ausgerechnet Verbraucherschützer, wie Test Aankoop/Test Achats (vergleichbar mit der deutschen Stiftung Warentest) oder der Bund der Familien, befürchten, dass unter einer entsprechenden Gesetzesreform die Qualität der Mayonnaise leiden werde. Diese und andere Verbände sitzen im „Rat der Verbraucher“ und dieser wiedersetzt sich einer Anpassung des „Mayonnaise-Gesetzes“… Bundesverbraucherschutzminister Kris Peeters (CD&V) will sich der Sache jetzt annehmen und die Gesprächspartner „nach jahrelangen Diskussionen“ endlich an einen Tisch bringen, um so einen definitiven Vorschlag für die verlangte Gesetzesreform zustande zu bringen.