Klagen zum Fahrverhalten der Briefträger

Die Beschwerdestelle der belgischen Post empfing in der letzten Zeit auffallend viele Klagen zum Fahrverhalten der Briefträger. Von den rund 15.000 Klagen, die dort letztes Jahr bearbeitet wurden, betrafen knapp 600 das Fahrverhalten von Postboten per Auto, Mofa oder Fahrrad, wie einige flämische Tageszeitungen am Mittwoch melden. Diese Zahl hält der Ombudsdienst für auffallend hoch.

Nach Angaben von Truus Lostrie, der Sprecherin der Beschwerdestelle der belgischen Post, senden viele Leute ihrer Einrichtung auf elektronischem Wege Fotos oder Videos von Briefträgern, die mit ihren Fahrzeugen die Verkehrsregeln übertreten: „Die meisten Klagen betreffen linksfahren, zu schnelles Fahren, falschparken oder auch Fahren auf Radwegen oder Bürgersteigen.“

Doch die Postsprecherin sieht auch die Gründe, warum sich die Briefträger derart verhalten: „Die Zeiten, in denen die Briefträger ihren Auftrag in Ruhe abarbeiten konnten, sind lang vorbei. Heute haben sie weniger Zeit für mehr Arbeit. Also wird ab und zu die eine oder andere Verkehrsübertretung begangen, um Zeit zu sparen.“

Die Gewerkschaften der Post erkennen diese Probleme ebenfalls, doch auch sie argumentieren mit den hohen (Zeit)Druck unter dem die Briefträger heute stehen, denn neben den normalen Postsendungen müssen sie heute auch mehr und mehr Pakete austragen.

Jean-Pierre Nyns von der Angestelltengewerkschaft ACOD Post ist dennoch der Ansicht, dass sich die Postboten an die geltenden Regeln und Gesetze halten müssen: „Wenn die effektiv zu wenig Zeit haben, ihre Runde zu machen, dann müssen sie das melden.“

Die belgische Post, heute Bpost, weist Briefträger, die sich Verkehrsübertretungen schuldig machen, zurecht und geht den entsprechenden Vorfällen in der Regel nach.