Noch nie im Internet?

Die klassischen Kleinen und Mittleren Unternehmen in Belgien haben kaum einen Schritt in Richtung digitale Wirtschaft gemacht. Häufig sähen sie nicht ein, wie wichtig es sei, ihre Geschäftstätigkeit auch auf Internet anzubieten.

In diesem Herbst will der Minister für die digitale Agenda, Alexander De Croo, in den Provinzen für die Digitalisierung werben. Er will die kleinen Betriebe darüber informieren, wie sie durch Digitalisierung weiter wachsen können. 

"Es geht nicht nur darum einen Webshop zu betreiben. Es geht vielmehr darum, auf welche Weise man Handel betreibt und in welcher Art und Weise man seine Dienstleistung anbietet. Das Ziel ist, die KMU in Belgien wachzurütteln und ihnen zu zeigen, was im Rest der Welt passiert."

Die Hälfte der Menschen hat letztes Jahr etwas online gekauft, aber viel zu häufig erfolgt das über ausländische Unternehmen.

"Es wird davon ausgegangen, dass in den nächsten Jahren mehr als 3 Millionen Jobs in Europa im digitalen Sektor geschaffen werden", betont der Minister. "Wir müssen den größtmöglichen Anteil davon nach Belgien holen."

De Croo hofft unter anderem auf eine schnelle Einigung über die Nachtarbeit in diesem Sektor. Das Verbot führt zu einem Geldabfluß ins Ausland. Dort können die Verteilungszentren nachts arbeiten.

83 Prozent der Privathaushalte hat einen Internetanschluss

Insgesamt ist die Zahl der belgischen Familien mit Internetanschluss letztes Jahr auf 83 Prozent gestiegen. Das geht aus dem jährlichen Barometer des Wirtschaftsministeriums hervor.

Belgien schneidet damit im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gut ab. Trotzdem gibt es noch Schwachpunkte: So hat 28 Prozent der schlecht ausgebildeten Personen noch nie das Internet benutzt.

Jetzt sei es wichtig, die digitalen Kenntnisse eines jeden zu verbessern. Und diesbezüglich gibt es noch viel Arbeit, ist De Croo überzeugt.