Eisenbahn: Der erste Samstagsstreik droht

Am Samstag erfolgt der erste von der autonomen Lokführergewerkschaft ASTB angekündigte Samstagstreik. Mit ihren Streiks an jedem Samstag will die Gewerkschaft Druck auf die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB ausüben, um endlich ihre seit langem geforderte Anpassung des Prämien- und Gehaltssystems durchboxen zu können. Die Bahn hingegen schaltet auf stur.
Jonas Roosens

Bahnreisende sollten sich an den kommenden Samstagen gut informieren, ob ihre Züge auch wirklich fahren, denn die unabhängige Lokführergewerkschaft ASTB, der nach eigenen Angaben ein Drittel der rund 3.800 belgischen Lokführer angehören, will ab sofort an allen Samstagen in den Sommerferien bis Ende August die Arbeit niederlegen.

Die ASTB fordert eine Reform der Prämiensysteme bei der Bahn und eine Jahresprämie von 4.000 € zusätzlich zum Jahresgehalt für die Lokführer. Die offiziellen Eisenbahnergewerkschaften und die Bahn selber sind damit nicht einverstanden und die NMBS/SNCB hat auf stur geschaltet und will nach einigen gescheiterten Gesprächen auch nicht mehr verhandeln.

Jetzt steht der erste Samstagsstreik an, doch die Bahn geht davon aus, die meisten entstehenden Probleme lösen zu können. So werden Lokomotivführer, die keinen Dienst haben, dazu aufgerufen, doch Züge zu übernehmen und andere wollen sogar freiwillig einspringen.

Proteste gegen diese Streiks

Proteste folgen auch von Seiten der Bürgermeister der Küstengemeinden in Belgien, die an diesen Streiktagen an den folgenden Samstagen während den Sommerferien auf unzählige potentielle Besucher verzichten müssen. Sie richteten ein Protestschreiben an die ASTB.

10 bis 15 % der Tagestouristen an der belgischen Küste reisen mit der Bahn an und da völlig unsicher ist, ob oder wann Züge fahren werden, verzichten wohl viele auf einen Tagestrip ans Meer. Der Tourismussektor der Küste befürchtet Verluste von mehreren Millionen Euro durch die Streiks.