Guy Verhofstadt in der BZ: "Veto-Recht abschaffen"

Belgiens früherer Premierminister Guy Verhofstadt (Foto), der heutige Vorsitzende der Fraktion der Liberalen (ALDE) im EU-Parlament, forderte in einem Gespräch mit der Berliner Zeitung die Abschaffung des Veto-Rechts zu Gunsten von Mehrheitsentscheidungen auf höchster europäischer Spitzenebene. Nach Ansicht Verhofstadts hat der Griechenland-Vorgang innerhalb der EU keinen „Schönheitspreis“ verdient.

Guy Verhofstadt hält in diesen Tagen nicht mit Kritik an der Europäischen Union hinterm Berg. Der ehemalige belgische Regierungschef ist eigentlich ein Vollblut-Europäer, doch was er jetzt gerade erlebt, lässt ihn aufbegehren. Nach seiner Kritik an der Vorgehensweise der EU im Allgemeinen und der Eurogruppe im Besonderen sowie am Verhalten der Griechen fordert er jetzt die Abschaffung des Veto-Rechts bei EU-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs.

In einem Interview mit der Berliner Tageszeitung, das in der Freitagsausgabe des Blattes zu lesen ist, rät Verhofstadt dazu, dieses Veto-Recht abzuschaffen und durch Mehrheitsentscheidungen auf Ratsebene und auch auf Ebene des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) zu ersetzen. Zu den umstrittenen Gipfelbeschlüssen in der Griechenland-Frage sagte er, dass man eine Katastrophe gerade noch vermeiden konnte, doch einen „Schönheitspreis“ habe das nicht verdient.

Hier der Link zum Beitrag „Das hat keinen Schönheitspreis verdient“ der Berliner Zeitung.