Wieder mehr Gewalt in Belgiens Fußballstadien

In und im Umfeld der Stadien in der ersten und der zweiten belgischen Fußball-Liga wurden in der vergangenen Saison deutlich mehr gewalttätige Straftaten gemeldet, als in der Saison 2013-2014. Dabei handelt es sich weniger um Konflikte zwischen Fans, sondern eher um individuelle Handlungen.

Polizei und Innenministerium haben in den Stadien der ersten und der zweiten Liga in der Saison 2014-2015 genau 118 gewalttätige Vorfälle registriert. Das sind fast 40 Fälle mehr als in der Spielzeit davor. Nach Ansicht von An Cossement vom belgischen Innenministerium handelte es sich dabei nicht so sehr um Konflikte zwischen verfeindeten Hooligan- oder Fangruppen, sondern vielmehr um individuell begangene Straftaten.

Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte sie, dass die begangenen Straftaten oft asoziales Verhalten betreffen würden:

„In erster Linie beobachteten wir Fälle von individuellen Straftaten, bei denen es sich eigentlich um asoziales Verhalten handelte. Das geht vom Zünden von Feuerwerkskörpern über das Werfen von Bierbechern bis hin zu Provokationen. Daneben war auch die Meisterschaft etwas Besonderes. Die beteiligten Mannschaften haben echt um ihren Platz gekämpft und es war bis zum letzten Moment sehr spannend. Dann sind die Fans aufgedrehter als sonst. Die Stadien waren häufiger ausverkauft und dann ist das Risiko von Zwischenfällen höher. Und das hat sich in den Statistiken deutlich niedergeschlagen.“

In 20 Dossiers waren letzte Saison mehr als 10 Personen in solche Zwischenfälle verwickelt. Insgesamt wurden in der gesamten Spielzeit fast 1.000 Stadionverbote verordnet und es wurden Bußgelder in Höhe von rund 450.000 € verhängt.