EU-Minister nehmen mehr Flüchtlinge auf

Die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich darauf geeinigt, um auf freiwilliger Basis 54.760 Migranten aufzunehmen, wie die luxemburgische EU-Vertretung über den Kurzmitteilungsdienst Twitter erklärte. Das Land führt derzeit den Vorsitz im Kreis der EU-Staaten. Belgien will insgesamt 2.464 Menschen aufnehmen.

"Dies sind provisorische Zahlen. Bis Ende des Jahres muss es weitere Bemühungen geben", sagte der luxemburgische Migrationsminister Jean Asselborn. Die praktischen Vorbereitungen könnten jedoch nun beginnen, damit die ersten Menschen im Oktober umziehen könnten, unterstrich Asselborn.

Dabei sollen 22.504 Menschen aus Ländern außerhalb der EU aufgenommen werden. Hier geht es um Flüchtlinge aus Lagern nahe der syrischen Grenze.

Ursprünglich sollten insgesamt 60.000 Flüchtlinge in der EU aufgenommen werden, aber vor allem die mittel- und osteuropäischen EU-Staaten lehnten die ihnen aufgelegten Quoten ab.

Weitere 32.256 Migranten sollen aus den Mittelmeerankunftsländern Italien und Griechenland auf andere EU-Länder verteilt werden. "Zusätzliche Anstrengungen sind bis zum Jahresende nötig", teilte die luxemburgische Vertretung mit.

Das Sondertreffen war nötig geworden, nachdem eine Einigung Anfang Juli gescheitert war. Nach Angaben eines Diplomaten wollen die Staaten im Dezember versuchen, die verbleibende Lücke zu schließen.

Hotspot

Belgien will aus den beiden Kontingenten insgesamt 2.464 Menschen aufnehmen, sagte Theo Francken, der Staatssekretär für Asyl und Migration Er äußerte auch Bedenken: „Viele Menschen aus Schwarzafrika sind eigentlich Wirtschaftsflüchtlinge und die können kein Asyl erhalten. Deshalb haben wir vorgeschlagen, sie erst in einem europäischen Wartezimmer unterzubringen, bis klargestellt werden kann, ob ihr Asylantrag berechtigt ist oder nicht. Falls dies nicht der Fall ist, müssen sie wieder in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden.“

„Hierauf haben wir uns auch geeinigt‘, so Francken. „Das Wartezimmer wurde Hotspot genannt und der erste Hotspot wird in Catania auf Sizilien eröffnet.“

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