Fiskalist: nicht ehrgeizig genug

Mangelnden Ehrgeiz bescheinigt der Fiskalist Michel Maus der Bundesregierung, nachdem die Parteien sich Donnerstag in der Frühe über Tax-Shift-Operationen einigen konnten. Es hätte auch für 10 Milliarden reichen müssen, aber die Gegensätze innerhalb der rechtsliberalen Koalition waren zu groß.
Jasper Jacobs

Maus, der ebenfalls an der flämischen Universität Brüssel doziert, beanstandet die vielen Tabus bei diesen Verhandlungen: Über die Besteuerung der Unternehmenswagen und Mieteinkommen und über die weiterhin geltenden Steuerbefreiungen für Sparbücher hätten sich die Parteien ausgeschwiegen.

Anstatt eine wirksame Vermögenssteuer einzuführen, plane die Regierung eine Spekulationssteuer, die die Anleger mühelos umschiffen würden, indem sie ihre Wertpapiere sechs Monate später veräußerten.

Weniger zauderlich, hätte die Regierung problemlos Steuerverschiebungen von 10 Milliarden Euro in den Haushalt einbringen können.

Professor Michel Maus befürchtet auch, dass die Länder und Kommunen in Belgien infolge des Tax-Shifts neue Steuern erheben könnten, um die ihnen gestrichenen Steuereinnahmen zu kompensieren.