Malariaimpfung aus Belgien bald in Afrika anwendbar

Die Malariaimpfung, die von Forschern des Pharmakonzerns GSK in Belgien entwickelt worden ist, ist jetzt von der Europäischen Arzneimittelagentur genehmigt worden. Mit der Impfung soll Malaria bei Babies und Kleinkindern vorgebeugt werden.

An dem Mittel wird schon seit 30 Jahren geforscht. Lode Schuerman von GSK erklärt, warum die Genehmigung der Europäischen Arzneimittelagentur so wichtig ist.

"Es ist ein erster Schritt, damit dieser Impfstoff in Afrika zur Verfügung gestellt werden kann. Es ist das allererste Mal, dass es einen Impfstoff gegen Malaria oder gegen einen Parasiten gibt. Wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erst einmal ihr Urteil abgegeben hat und die Länder dem zustimmen, kann der Stoff in großem Umfang in Afrika eingeführt werden."

"Der Impfstoff vermindert das Risiko, an Malaria zu erkranken, um die Hälfte. Derzeit stirbt etwa ein Kind pro Minute. Wenn wir diese Zahl um die Hälfte reduzieren könnten, wäre das natürlich ein wichtiger Beitrag."

Da die Impfung jedoch keinen uneingeschränkten Schutz bietet, muss sie auf jeden Fall mit Moskitonetzen und anderen Behandlungsmethoden kombiniert werden.

Die Genehmigung durch die Europäische Arzneimittelagentur sei insofern ein wichtiger Schritt, weil der Impfstoff in verschiedenen afrikanischen Ländern mit dem Ergebnis überprüft wurde, dass die Impfung erstens sicher sei und zweitens Kindern einen Schutz biete, erklärt auch Professor Marc Coosemans, Malariaexperte am Tropischen Institut in Antwerpen.

Die Impfung, so der Malariaexperte, biete aber eben nur teilweise einen Schutz. "Die Impfung wird das Krankheitsbild nur um 27 Prozent vermindern, also nicht um 100 Prozent." Es sei ein ergänzendes Mittel zu den Mitteln, die derzeit angewandt würden.

Da der Impfstoff keinen 100-prozentigen Schutz bietet, ist es nicht Ziel, Urlaubern das Mittel zu verabreichen.