"Schwierige Lage, weil Türkei auch Kurden angreift"

Für die Kurden in Belgien ist klar, dass die Türkei den verkehrten Weg gehe. Ihnen zufolge benutze die Türkei den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) als Vorwand dafür, die Kurden anzugreifen.

Die 28 Migliedsländer der Nato haben an diesem Dienstag ein Sondertreffen abgehalten. Anlass für das Treffen ist die angespannte Lage in der Türkei. Um das Treffen war von der Türkei selbst gebeten worden. Das Land bekommt nun von seinen Nato-Verbündeten im Kampf gegen den Terrorismus moralische Unterstützung, aber keine militärische.

Seit letzter Woche führen türkische Kampfflugzeuge Angriffe auf Ziele sowohl der islamischen Terrorgruppe IS als auch der kurdischen Abwehr durch. Die Türkei greift also nicht nur den IS an, sondern auch die kurdische Widerstandsbewegung PKK im Irak. Das erschwert die Situation, denn die kurdischen Kämpfer sind die wichtigsten Gegner des IS vor Ort.

Für den türkischen Präsidenten Erdogan hingegen geht es jedoch einfach um den Kampf gegen terroristische Bewegungen.

Viele Kurden kritisieren die türkischen Angriffe auf die PKK. Am Dienstagmorgen sind in Brüssel zum Beispiel mehrere Dutzend Kurden auf die Straße gegangen, um gegen die türkischen Angriffe auf die PKK vor allem im Norden des Irak zu demonstrieren.

Die Kurden hierzulande haben eine klare Botschaft für die Nato, sagt Osman Kilic, Journalist bei Ronahi TV, einem kurdischen Sender in Denderleeuw. Er betonte am Dienstagmorgen im VRT-Radio: "Die Nato muss den Türken sehr deutlich klar machen: Nein, wir sind mit Eurem Krieg gegen die Kurden nicht einverstanden!"

"Die Kurden haben gezeigt, was die irakische und syrische Regierung nicht können: Standhalten. Die Kurden haben gezeigt, dass sie das können. Was passiert, wenn die Türkei mit diesen Angriffen gegen die Kurden weitermacht? Ein Gewinn an Boden mit Hilfe der Türken ist dem gesamten Westen ein Dorn im Auge."