Mehr Tote wegen Hitzewelle

Die jüngste Hitzewelle und hohe Ozonkonzentrationen haben zu höheren Sterberaten geführt. Zwischen dem 30. Juni und dem 5. Juli 2015 seien 410 Personen zusätzlich gestorben, schätzt das Wissenschaftsinstitut für Volksgesundheit (WIV). Das ist eine Übersterblichkeit von 26 Prozent und die höchste Zahl in den vergangenen 10 Jahren.

Das flämische Gesundheitsamt will die Kommunikation und die Umsetzung der Hitze- und Ozonmaßnahmen näher  untersuchen.

Zwischen dem 30. Juni und dem 5. Juli waren die Temperaturen und die Ozon- und Feinstaubwerte in Belgien besonders hoch. Diese unsgesunde Mischung aus Faktoren hat auch zu einer besonders hohen Sterberate geführt. Das geht aus Daten des Wissenschaftlichen Instituts für Volksgesundheit (WIV) hervor.

Das WIV spricht von einer 'Übersterblichkeit' von 26 Prozent bzw. von 410 zusätzlichen Toten.

"Wir können von einer kurzen, aber intensiven Spitze bei der Sterblichkeit sprechen. Diese konnte in allen Altersgruppen der belgischen Bevölkerung gemessen werden", heißt es.

Die Altersgruppe der über 85-Jährigen ist die Gruppe, die am stärksten betroffen ist. Dort hat man eine 'Übersterblichkeit' von 33 Prozent festgestellt.

Die diesjährige Spitze an Todesfällen ist auch größer als die früherer Sommerspitzen. "Mit Ausnahme des Jahres 2006 (23 Prozent 'Übersterblichkeit', aber während eines längeren Zeitraums mit höheren Temperaturen) wurde die 'Übersterblichkeit' in den letzten 10 Jahren während heißer Perioden nie höher als auf 18 Prozent geschätzt".

Die Todesfälle infolge von Hitze hängen meistens damit zusammen, dass die Personen bereits vorher stark abgebaut hatten. Die Zahlen sind jedenfalls höher als die, mit denen das flämische Gesundheitsamt gerechnet hatte. Das Amt ist seit der 6. Staatsreform für die Koordinierung des Hitze- und Ozonplans in Flandern zuständig.

Es sei mehr als in anderen Jahren kommuniziert worden, sagt Bart Bautmans, ein Teamverantwortlicher. Man wolle die Kommunikation und die Umsetzung der Empfehlungen auf der Basis von weiteren Analysen der Zahlen prüfen, heißt es beim Gesundheitsamt.

"Das ist auf jeden Fall ein Zeichen, das wir ernst nehmen müssen", so Bautmans.