Ab 01/16: Einbürgerungskurs mit Pflichttest

In Flandern müssen Migranten aus Nicht-EU-Ländern einem Einbürgerungskurs belegen. Ab Januar des kommenden Jahres wird dieser Kurs mit einem Test abgeschlossen. Nur wenn dieser Test bestanden wird, erhalten die Teilnehmer eine Einbürgerungsbescheinigung. Das kündigte die zuständige flämische Ministerin Liesbeth Homans (N-VA - Foto) an. Bisher reichte die Teilnahme an einem solchen Kurs.

Seit 2011 müssen Migranten aus Nicht-EU-Ländern in Flandern einem sogenannten Einbürgerungskurs belegen, europäische Migranten können das freiwillig tun. Immer mehr EU-Bürger, die nach Flandern umziehen, entscheiden sich hierfür. 2009 belegten 5.500 Menschen freiwillig einen solchen Kurs, 2014 waren es bereits 11.879.

„Eine positive Entwicklung“, findet Ministerin Homans. „Wir wollen das Angebot aber noch besser auf die Nöte der Kursteilnehmer abstimmen, um noch mehr Menschen zu überzeugen, freiwillig einen solchen Kurs zu belegen.“ So soll es in Zukunft auch Kursangebote am Abend, am Wochenende und während der Sommerferien geben, damit auch Berufstätige diese Kurse belegen können.

Die Einbürgerungskurse umfassen unter anderem Gesellschaftskunde und niederländischen Sprachunterricht. Bisher reichte die Teilnahme, um nach dem Kurs eine Einbürgerungsbescheinigung zu erhalten. Ab Januar 2016 müssen die Teilnehmer hierzu aber erst einen abschließenden Test bestehen. „Dadurch wird die Einbürgerungsbescheinigung an Bedeutung gewinnen, und dies nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für Arbeitgeber und die Gesellschaft“, findet Homans.

Die Bescheinigung kann auch den Erwerb der belgischen Staatsbürgerschaft erleichtern, weil sie belegt, dass die Antragsteller über die erforderlichen Sprachkenntnisse verfügen.