Gent: Kulisse für US-Filmaufnahmen

Ab dem 17. August unternimmt Gent eine Reise in die Vergangenheit. Im historischen Stadtzentrum wird ab diesem Tag ein amerikanisches Filmteam Aufnahmen für "Emperor", ein Film über Karl V. machen. "Das ist eine riesen Werbung für die Stadt", betont Bürgermeister Daniël Termont (SP.A).

"Emperor" ist ein historischer Film von Regisseur Lee Tamahori, der im 16. Jahrhundert zu Zeiten von Karl V. spielt. Bekannte Schauspieler wie Adrien Brody, Rutger Hauer und Oliver Platt sind in den Hauptrollen. Auch flämische Schauspieler wie Michael Pas und Lize Feryn spielen mit.

Wer Karl V. sagt, sagt zwangsläufig Gent. Es ist nämlich die Stadt, in der der Mann 1500 geboren wurde. Ein Film, in dem er vorkommt, muss deshalb Aufnahmen von der Arteveldestad enthalten.

Ab dem 17. August kommt das amerikanische Filmteam nach Gent, um Aufnahmen unter anderem am Sint-Michielshelling, im Rathaus und in der alten Abtei von Drongen zu machen. Das Ganze sei schon seit über einem Jahr in Planung, erzählt Henk Terryn vom Film Office der Stadt Gent.

"Erst sollten die Aufnahmen im Oktober stattfinden, dann im April oder Mai. Jetzt ist es endlich soweit. Tamahori hat schon viele Szenen in Tschechien gedreht, aber einige Aufnahmen sollen in Gent gemacht werden."

Die Aufnahmen am Sint-Michielshelling seien besonders aufwendig, heißt es. Alle zeitgenössischen Elemente, zum Beispiel Laternenpfähle, werden ab dem kommenden Montag vorübergehend entfernt. Der öffentliche Verkehr und die Taxis müssen Umleitungen in Kauf nehmen. "Diese Produktion ist noch größer als die von 'Grace of Monaco' mit Nicole Kidman oder 'The fifth estate' über Julian Assange, als auf dem gesamten Sint-Pietersplein lauter Anhänger standen."

Und damit die Hotels-, Gaststätten und Kaffees dort keine Verluste erleiden, hat das Filmteam auch diese gleich mitgemietet. Dies gilt zum Beispiel für die Jugendherberge Uppelink und das Marriott Hotel.

"Werbung für die Stadt"

Der Bürgermeister von Gent, Daniël Termont, ist zufrieden: "Dieser Film wird hunderttausenden Menschen weltweit Gent zeigen."

Die Gaststätten und Hotels, die klagen, befinden sich nicht am Drehort selbst. Für die Beschwerden dieser Einrichtungen hat Termont Verständnis. Sie, gibt Termont zu, müssten kurzfristig Verluste einstecken. Die Aufnahmen seien aber eine enorme Werbung für die Stadt. Langfristig würden die Aufnahmen jede Menge Touristen nach Gent locken und die Stadt selbst dadurch jedenfalls reicher, so Termont noch.

Jasper Jacobs