"Volle Pulle" westflämisch!

"Volle Pulle", "Quissac" oder "Taloire", das sind nicht nur unschuldige deutsche, skandinavische oder französische Wörter, sondern es sind auch westflämische Ausdrücke. Im Ausland spricht man also auch westflämisch! Das beweisen zumindest die Ergebnisse des lustigen Aufrufs der Provinz Westflandern auf Facebook. Die Menschen sollten Fotos mit erkennbar westflämischen Ausdrücken, die in einer Fremdsprache benuzt werden, einsenden. Und das haben sie gemacht.

Wer nun von wem den Ausdruck "Volle Pulle" übernommen hat, ist egal. Auf jeden Fall bedeuten sie im Deutschen wie im Westflämischen dasselbe: "Mit aller Kraft oder mit vollem Einsatz".

Wie schon im vergangenen Sommer rechnet die Provinz Westflandern auch in diesem Jahr wieder mit dem Bauchgefühl ihrer Einwohner und bittet sie, über Facebook Fotos westflämischer Ausdrücke in anderen Sprachen einzusenden. 

"70 Leute haben das schon gemacht", hat die Kommunikationsabteilung der Provinz mitgeteilt. "Nicht alle Einsendungen sind gleich gut, aber einige sind wirklich sehr lustig. Insbesondere Fotos aus skandinavischen Ländern sind meistens treffend. Diese Sprachen schließen sich dem Westflämischen an."

Wer noch tiefer ins Westflämische eintauchen möchte, kann das sogar mit der App "Iedereen West-Vlaams", die die Provinz vor einige Jahren ins Leben rief, um den Rest von Flandern mit der westflämischen Mundart vertraut zu machen. Auch die Serien-T-Shirts "West Flemish for Behinners", die immer beliebter werden, können helfen.

"Pullen" bedeutet fachsprachlich übrigens "rudern", so dass "mit voller Pulle" die beiden Bedeutungen Eifer und Schnelligkeit gemeint sein können. Nah verwandt mit dieser niederdeutschen Redensart ist englisch "to pull" (ziehen, rudern), heißt es hierzu auf der deutschsprachigen Redensarten-Index-Webseite. Und "Quissac" heißt so viel wie schmutzige, schmierige Person.

Erkennen Sie die westflämischen Ausdrücke auf den unten gezeigten Fotos?