"Der Letzte, der uns das verbot, war Hitler"

Die Jüdische Gemeinschaft ist mehr als verärgert über den jüngsten Vorschlag des flämischen Ministers für Tierwohl, Ben Weyts von den flämischen Regionalisten N-VA. Dieser hatte ein Vollverbot für betäubungsloses Schlachten auf den Tisch gelegt.

Mit dem Verbot hat Weyts nicht nur die islamische Gemeinschaft verärgert, sondern auch die jüdische. In eindeutigen Worten hat Michael Freilich (Foto) von Joods Actueel gegenüber der niederländischsprachigen Zeitung De Standaard gesagt: "Muslime dürfen auch mit Betäubungsmittel schlachten. Wir hingegen haben keine Alternative. Und die Einführung eines Verbots für das Schlachten ohne Betäubungsmittel, führt auf das gleiche hinaus, wie die Juden hier wegzumobben. Der Letzte, der uns so ein Verbot auferlegt hatte, war Adolf Hitler."

Im schlimmsten Fall würde das das Ende der jüdischen Gemeinschaft in Belgien bedeuten, befürchtet Freilich.

Es habe keine Beratungen hierüber mit der jüdischen Gemeinschaft gegeben, bedauert diese. Weyts hatte den Vorschlag bereits im Mai dem Ministerrat vorgelegt. Der Vorschlag wurde von den flämischen Christdemokraten und den Liberalen abgelehnt. "Wir müssen den Muslimen, aber auch den Juden die Möglichkeit geben, die Riten ihrer Religion zu wahren", wird eine Politikerin der CD&V in De Standaard zitiert. Auch die Liberalen wünschen sich ein vorsichtiges Vorgehen in dieser Sache.