Onkel der Königin wegen Betruges vor Gericht

Graf Henri d'Udekem d'Acoz (81), der ehemalige Bürgermeister von Poperinge und Onkel von Königin Mathilde, ist am Dienstagmorgen von der Brüsseler Ratskammer an ein Strafgericht verwiesen worden. Das hat die Staatsanwaltschaft von Halle-Vilvoorde bestätigt. Er soll gemeinsam mit Hans Velle (51) ein Pärchen aus Flämisch-Brabant um mehrere zehntausend Euro erleichtert haben.

Das Pärchen stand in einem Scheidungsprozess und soll über Henri d'Udekem d'Acoz mit Hans Velle in Kontakt gebracht worden sein. Letzterer hat bereits zwei Mal eine Gefängnisstrafe wegen Betruges abgesessen.

Beide sollen wiederholt bei dem Pärchen zu Besuch gewesen sein. Velle soll dabei mehrmals Honorargelder gefragt und bekommen haben, ohne dafür auch nur eine einzige Gegenleistung erbracht zu haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Henri d'Udekem d'Acoz in Verruf gerät. Anfang Juni wurde er durch die Genter Anklagekammer weiterverwiesen, weil er mit dem gleichen Kumpel den Besitzer eines Ackerlandes für mindestens 100.000 Euro erleichtert hatte.

Der Anwalt von Henri d'Udekem d'Acoz hatte in diesem Fall erklärt, dass Velle die Gutgläubigkeit von Graf Henri missbraucht habe. Auch in diesem Fall urteilt die Ratskammer, dass genügend Material vorliege, um ihn an ein Strafgericht zu verweisen.

"Aber das sei noch keine Verurteilung", betont die Staatsanwaltschaft.