"Der 7 €-Bordtarif im Zug muss weg!"

Die belgische Fahrgastverbände ZugTramBus (TTB) und navetteurs.be sowie der Verbraucherschutzbund Test Aankoop verlangen von Bahnchef Jo Cornu, dass die Bahngesellschaft NMBS/SNCB ihren Bordtarif von 7 € beim Verkauf von Fahrkarten im Zug aufgibt. Die Bahn verweist in diesem Zusammenhang aber auf ihre Fahrkartenautomaten in den Bahnhöfen. Doch funktionieren die auch verlässlich?

Die Fahrkartenautomaten in den belgischen Bahnhöfen sind einmal mehr zum Streitpunkt zwischen der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB und den Bahnkunden geworden. Die Bahn soll gefälligst auf ihren Bordtarif bei der Fahrscheinlösung im Zug verzichten, so die Interessenverbände der Bahnkunden und der Verbraucherschutzbund Test Aankoop (vergleichbar mit der deutschen Stiftung Warentest).

ZugTramBus (TTB), navetteurs.be und Test Aankoop fordern von Bahnchef Jo Cornu einen Verzicht auf diesen Bordtarif, wenn ein Fahrkartenautomat defekt ist. Der Zuschlag für den Fahrkartenkauf im Zug beläuft sich auf 7 €. Diesen Zuschlag müssen die Bahnschaffner eigentlich bei jedem Vorgang einfordern.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass diese Automaten neben der Kartenzahlung nur Kleingeld annehmen und keine Scheine. Eine größere Reisegruppe mit langem Reiseweg, die nicht online vorgebucht hat, ist da schnell aufgeschmissen…

Doch die Bahn sieht sich nicht in der Verantwortung. Sie ließ verlauten, dass 98,5 % aller Fahrkartenautomaten in den Bahnhöfen und an den unbemannten Haltepunkten im ganzen Land bei der letzten Überprüfung, die täglich stattfinde, ordnungsgemäß arbeiteten. Und wenn ein Automat länger als einen Tag lang ausfallen würde, entfalle der Zuschlag für die Betroffenen ohnehin.

Doch davon haben die Pendler und die Fahrgastverbände bisher noch nichts gemerkt und ihrer Ansicht nach kommen Störungen bei den Automaten eher sehr häufig vor. Das Problem ist also bei weitem noch nicht ausgestanden.

Im Juli: 900.000 Tagestouristen mit dem Zug zur Küste

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB meldete übrigens am Mittwoch, dass sie im vergangenen Monat Juli über 900.000 Tagestouristen mit ihren Zügen an die Küste und wieder nach Hause befördert hat. Die häufigsten Reiseziele dabei waren die Badeorte Ostende und Blankenberge.

Vor allem an den ersten Tagen im Juli, als es auch in Belgien besonders heiß war, zog es viele Landsleute an die belgische Nordseeküste. Im Juli 2014 allerdings war das Wetter noch besser. Damals nahm rund eine Million Tagesausflügler den Zug an den Strand…