"Die Zahl der Asylanfragen verdoppelt sich"

Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung Theo Francken (N-VA) geht davon aus, dass schon bald zusätzliche Aufnahme-Kapazität für Flüchtlinge in unserem Land geschaffen werden muss. Erst in der vergangenen Woche beschloss die belgische Bundesregierung, 2.500 zusätzliche Plätze zu schaffen, doch dies wird nicht reichen, denn die Zahl der Ankömmlinge steigt stetig weiter.

Im parlamentarischen Kammerausschuss für Inlandangelegenheiten gab Staatssekretär Francken (kl. Foto) bekannt, dass die bisher geschaffene Anzahl von Auffangplätzen für Flüchtlinge in unserem Land auch nach der Aufstockung um 2.500 Betten nicht reichen werde.

Wenn es so weitergehe, wie bisher, dann würden bald wöchentlich rund 1.000 Asylanfragen eingereicht: „Dann müssen wir neue Kapazitäten schaffen und dann müssen wir operationell mit dem Verteidigungsministerium, mit der Gebäuderegie und mit dem Zivilschutz arbeiten.“ Schon jetzt werden längst geschlossene Asylzentren wieder eröffnet und ungenutzte Kasernen werden gerade im ganzen Land ebenfalls zu Auffangzentren umgerüstet.

Francken sprach von einem bisher nie dagewesenen Zustrom von Flüchtlingen in Belgien. Die meisten kommen aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afghanistan und Somalia: „Das Schutzbedürfnis für all diese Nationalitäten ist hoch und es ist denn auch unsere Pflicht, diese Menschen aufzunehmen.“ Alleine im laufenden Monat August, so der Staatssekretär, werden wohl bis zu 4.000 Menschen in unserem Land anklopfen. Das ist eine glatte Verdoppelung gegenüber dem vergangenen Monat.

Probleme für die Kommunen

Weil die einzelnen Städte und Gemeinden im ganzen Land mit diesem Flüchtlingsproblem kurzfristig wohl kaum alleine fertig werden können, plant der Staatssekretär für Asyl und Einwanderung Gespräche mit den Kommunen, mit den Polizeizonen und mit Partnerorganisationen, wie dem Roten Kreuz, den Flüchtlingswerken, den Einwanderungsbehörden und allen weiteren möglichen Beteiligten umfassende Kooperationen, die zu „deutlichen Abmachungen“ führen sollen. Dabei geht es auch um eventuell durch größere Flüchtlingsgruppen verursachte Belästigungen, „die es nicht auszuschließen gibt“, so Franken.