Zu hohe Konzentration an Apotheken in Belgien

Belgiens Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) will das Angebot an Apotheken im Land überprüfen. Während in den Städten ein regelrechter Wildwuchs an Apotheken herrscht, geht die Zahl in ländlichen Gebieten zusehends zurück. Die Quotenregelung für die Zulassung von Apotheken aus dem Jahr 1973 kann derzeit leicht umgangen werden.

Ein Gesetz aus dem Jahr 1973 sagt, dass in kleinen Städten und Gemeinden in Belgien eine Apotheke für 2.000 Einwohner reicht. In größeren Städten liegt die Zulassungsquote bei 2.500 Einwohnern. Wenn die Betreiber von neuen Apotheken belegen können, dass sie mehr Kunden und Patienten erreichen, kann diese Regelung umgangen werden, was nicht nur in Großstädten der Fall ist.

Jetzt will Gesundheitsministerin De Block (kl. Foto) das Gesetz von 1973 anpassen oder reformieren. Derzeit kommt in Belgien durchschnittlich eine Apotheke auf 2.150 Einwohner. Nur in Griechenland ist die Konzentration größer in Europa. In den Niederlanden z.B. steht rund 8.000 Menschen eine Apotheke zur Verfügung.

Die hohe Dichte an Apotheken in den Städten, die sich gegenseitig konkurrieren und die nicht selten auch zur Aufgabe von Geschäften führt, steht einem eklatanten Mangel an Anlaufstellen in ländlichen Gegenden gegenüber. Dort muss man lange suchen, um eine Apotheke zu finden oder man muss in die Stadt fahren.

Die Gesundheitsministerin will jetzt mit den regionalen Apothekerverbänden und mit der Bundesagentur für Medikamente und Gesundheitsprodukte (FAGG) versuchen, wie das Problem gelöst werden könnte. Derzeit wird an einer Auflistung aller Apotheken im ganzen Land gearbeitet.