Warteschlange vor der Brüsseler Asylbehörde

Dass die europäische Flüchtlingskrise allgegenwärtig ist, zeigte sich am Montagmorgen auch vor dem Ausländeramt in Brüssel. Dort warteten rund 300 Flüchtlinge darauf, dass die Büros öffneten. Doch 50 von ihnen konnte nicht unmittelbar geholfen werden. Sie wurden auf Dienstag vertröstet. Derweil werden in verschiedenen Städten in ganz Belgien mobile Wohneinheiten aufgebaut, um Asylanwärtern ein Dach über dem Kopf zu gewähren.

Nach Angaben der Behörde konnten die Anträge von 260 Asylanwärtern am Montag bearbeitet werden. Ihnen wurde denn auch eine Unterkunft zugewiesen. 50 weitere Flüchtlinge wurden für den nächsten Tag vorgemerkt. Normalerweise melden sich pro Tag durchschnittlich 150 Asylsucher beim Ausländeramt in Brüssel.

Wenn es bei dieser Durchschnittszahl am Dienstag bleibt, kann das vorhandene Personal alle Betroffenen auffangen - auch jene 50 Unglücklichen, denen am Montag nicht geholfen werden konnte, sagte Geert De Vulder vom Ausländeramt (DVZ) dazu gegenüber den Medien.

Derweil werden überall im Land mobile Wohneinheiten aufgebaut, um Flüchtlingen, die in Belgien um Asyl bitten, ein Dach über dem Kopf zu bieten. Normalerweise hat jeder Asylbewerber, der hier offiziell um Aufenthalt bittet, Recht auf einen Schlafplatz und auf Lebensmittel. Belgien will kurzfristig über 2.000 zusätzliche Aufnahmemöglichkeiten schaffen. Die mobilen Wohneinheiten, die derzeit in aller Eile aufgebaut werden, bringen in den nächsten Tagen 900 Schlafplätze.

Normalerweise wird in Belgien niemand, der sich offiziell hier meldet, abgewiesen. Dass gleich 50 auf den nächsten Tag verwiesen werden, ist eher die Ausnahme als die Regel. Doch seit dem 22. Juli bemerken die Behörden einen deutlichen Anstieg der Asylbewerber in unserem Land. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien oder aus Eritrea. In den letzten Tagen mussten schon ab und zu Antragsteller „auf morgen“ verwiesen werden, wie das DVZ angab.