Gefahrguttransporte per Bahn nicht immer sicher

Bei einem Viertel aller Transporte von gefährlichen Stoffen auf dem Schienenweg wurden letztes Jahr Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften festgestellt. Der Dienst für Sicherheit und Interoperabilität der Eisenbahnen (DVIS) untersuchte 2014 vor Ort 435 Züge oder Waggons, die Gefahrgut durch Belgien beförderten.

Einer der Aufträge des DVIS ist die Kontrolle der Einhaltung der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften bei Bahntransporten, besonders bei Gefahrguttransporten. Bei ihren Kontrollen stellte die Behörde 118 Verstöße gegen diese Vorschriften fest. Auch in den Jahren davor stellte der DVIS derartige Verstöße fest. Höhepunkt war das Jahr 2011, als bei 332 Kontrollen von Gefahrguttransporten auf dem belgischen Gleisnetz 195 Regelwidrigkeiten ans Tageslicht kamen.

Problem dabei ist, dass in all diesen Fällen kein einziger Strafbefehl protokolliert wurde und es wurde auch in keinem einzigen Fall ein Bußgeld verordnet. Der belgische Dienst für Sicherheit und Interoperabilität der Eisenbahnen hat keine Sanktionsberechtigung. Dies müsse sich schnell ändern, so Wouter Raskin, Abgeordneter der flämischen Nationaldemokraten N-VA in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments. Sicherheitsvorschriften seien da, um befolgt zu werden. Andernfalls drohen weitere schwere Bahnunfälle, wie der in Wetteren vor zwei Jahren (kl. Foto), so Raskin.

Wetteren

Zur Erinnerung: Bei dem Bahnunfall von Wetteren in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 2013 kam eine Person ums Leben, 17 Personen wurden verletzt, etwa 1.200 Bewohner der ostflämischen Stadt atmeten unsaubere Luft ein und über 2.000 von ihnen mussten teilweise für längere Zeit evakuiert werden. Damals entgleiste in Schellebelle an der Ortsgrenze zu Wetteren ein Chemikalienzug, der aus den Niederlanden kam und auf dem Weg zum Hafen von Gent war.

Sechs der 13 Waggons waren dabei entgleist und zwei von ihnen, mit dem giftigen Produkt Acrylnitril beladen, stürzten um und fingen Feuer. Giftige Gase traten aus und gelangten in die Kanalisation, was durch das Löschwasser weiter begünstigt wurde und auch der Rauch des Feuers konnte damals nicht als ungefährlich eingestuft werden.