Morddrohung gegen Staatssekretär Francken

Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung Theo Francken (N-VA - Foto) hat eine Morddrohung erhalten. Die entsprechende E-Mail ist in französischer Sprache verfasst und darin wirft der „Autor“ dem Staatssekretär vor, zu viele Flüchtlinge ins Land zu holen und diesen zu viel Geld zu geben. Francken ist nicht der einzige Politiker, der bedroht wurde und wird. Im Irak gilt Belgien als beliebtes Ziel, denn die Schleuser locken Flüchtlinge offenbar mit Märchen hierher.

Staatssekretär Francken wird in dieser Droh-E-Mail wüst beschimpft. Der Schreiber wirft dem flämischen Nationaldemokraten vor, den Flüchtlingen zu viel Geld zu geben, Geld, das den vielen Arbeitslosen im Land fehlen würde. Dies ist allerdings ein Vorwurf, der so nicht standhält, denn Flüchtlinge, die in Belgien um Asyl oder Aufenthalt bitten, erhalten ein Dach über dem Kopf und Sachleistungen, wie Lebensmittel und kein Geld.

Der anonyme Drohbriefschreiber kündigt Francken an, ihm eine Granate in den Mund zu stecken. Er könne dies, so der Briefschreiber: „Wir werden uns noch sehen.“ Der so bedrohte Staatssekretär gab in einer ersten Reaktion zu verstehen, dass er einiges gewohnt sei, denn das Thema Asyl und Flüchtlingskrise sorge für eine Kontroverse. Doch dieses Mal wolle er Anzeige erstatten, denn diese E-Mail überschreite dann doch eine Grenze.

Schleuserparadies Belgien?

Indessen hat die Zahl der nach Belgien kommenden Flüchtlinge und Asylsucher, wie auch anderswo in Europa, dramatisch zugenommen. Nach Recherchen der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad würden in diesen Tagen auffallend viele Männer alleine nach Belgien einreisen. Alleine am Montag haben sich beim Ausländeramt in Brüssel 159 allein reisende Männer im Alter von 20 bis 45 Jahre vorgestellt.

Die meisten von ihnen waren Iraker. Sie geben meist an, ihr Land aus Angst vor Terror und Krieg zu verlassen. Auf die Frage, warum sie denn ihre Familie dort zurücklassen, antworten sie, man habe ihnen erzählt, dass man in Belgien sehr leicht seine Familie nachkommen lassen könne. Frau und Kinder würden dann nach Belgien einreisen können, ohne die Strapazen, die sie selbst durchlaufen hätten. Asyl-Staatssekretär Francken sagte gegenüber Het Nieuwsblad, dass dies ein Märchen sei, denn dieser Vorgang sei in unserem Land nicht leichter als in anderen europäischen Ländern.

Auch Peeters und Beke erhielten Morddrohungen

Wie erst jetzt bekannt wurde, erhielten Wouter Beke, der Vorsitzende der flämischen Christdemokraten CD&V und auch dessen Parteikollege, Bundeswirtschaftsminister Kris Peeters Morddrohungen. Laut unserer Kollegen von flämischen Privatsender VTM gingen die Drohungen gegen die beiden Politiker bereits vor einigen Monaten ein.

Bekannt ist mittlerweile, dass auch Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) und dessen Parteikollege, der N-VA-Parteichef und Bürgermeister von Antwerpen, Bart De Wever Todesdrohungen erhielten.

Nicht zuletzt bliebt auch Belgiens Premierminister Charles Michel von der liberalen frankophonen Reformbewegung MR nicht von diesem Phänomen verschont. Einige der Betroffenen lehnten eine Sonderbewachung durch die Polizei oder die Staatssicherheit ab, doch bei Bart De Wever waren die Drohungen derart konkret, dass diesem und seiner Familie Personenschutz gewährt wurde.