Belgisches Rindfleisch für den Export in den Orient

Libanon, Türkei, Algerien oder Marokko könnten in Zukunft die neuen Importländer für belgisches Rindfleisch sein. Hiesige Züchter werben für ihre klassischen Rinder der Rasse „Blanc-Bleu-Belge (BBB)“ im Orient. Ein Züchter aus Ciney in der wallonischen Provinz Namür liefert noch in dieser Woche 30 BBB-Stiere in den Libanon.

Das Fleisch der traditionsreichen belgischen Rinderrasse „Blanc-Bleu-Belge“ gilt als mager und fettarm, doch in der eigenen Heimat liegt es derzeit nicht mehr so im Trend wie in früheren Zeiten. Es hat wenig typischen Rinder- oder Fleischgeschmack und hat bei Feinschmeckern in Belgien keinen hohen Stellenwert mehr, auch wenn es weniger Fett aufweist. Doch jetzt haben die belgischen BBB-Züchter neue Märkte aufgetan und versuchen, ihre Erzeugnisse - ob Fleisch oder lebende Tiere - in den Orient oder in den Maghreb an den Mann zu bringen.

Benoit Jaco, ein Rinderzüchter aus Ciney in der wallonischen Provinz Namür macht die Probe aufs Exempel und exportiert noch in dieser Woche 30 Stiere der „Blanc-Bleu-Belge“-Rasse in den Libanon: „Belgien ist quasi das einzige Land, dass wenig fettreiches Muskelfleisch in hoher Quantität liefern kann.“ Die belgischen Züchter können nach eigenen Angaben einer großen Nachfrage aus Ländern, wie dem Libanon, der Türkei oder Algerien und Marokko entsprechen.

Hamburger

Benoît Cassart vom Verband der belgischen Vieh- und Fleischerzeuger ist davon überzeugt, dass diese Produkte von hoher Qualität Abnehmer im Ausland finden werden: „BBB-Fleisch ist im Kilopreis teurer, doch eine Rinderhälfte trägt einen hohen Anteil an wertvollem Fleisch. Das ist bei stärkeren Rassen mit geschmackvollerem Fleisch nicht unbedingt der Fall. Doch der größte Teil dieser Erzeugnisse wird zu Hamburgern, weil deren Fleisch härter und zäher ist.“

Benoit Jaco, der Libanon-Exporteur aus Ciney, sieht seine in das Land der Zedern ausgeführten Stiere als den Beginn eines neuen Abenteuers. Weitere Länder im Nahen Osten seien der nächste Schritt: „Ziel ist, auch verarbeitete Produkte auszuführen, bis dort Fachkräfte ausgebildet sind, die eine hochwertige Verarbeitung auf sicherstellen können.“