Milchbauern blockierten Lütticher Flughafen

Rund 600 erboste Milchbauern haben in der Nacht zum Mittwoch den Lütticher Regionalflughafen in Bierset blockiert und damit unter anderem den Betrieb des Cargo-Unternehmens TNT gestört. In ihrer Wut gegen die zu niedrigen Abgabepreise für ihre Milch führten einige aufgebrachte Landwirte eine Konfrontation mit der Polizei herbei und es kam zudem zu Sachschäden.

Mit bis zu 400 Traktoren waren die Milchbauern am Dienstagabend gegen den Lütticher Regionalflughafen in Bierset vorgerückt. Wie letzte Woche angekündigt hatten sich die Landwirte vorher am Autobahnkreuz an der E 40 in Battice zwischen Verviers und Lüttich getroffen und waren von dort aus losgezogen.

Zunächst hatten die die Eingänge zu den Büros von Aviapartner und Qatar Airlines blockiert. Dabei drängten einige aufgebrachte Bauern mit Eisenstangen im Anschlag in die Gebäude hinein, wobei es zu Sachschäden kam. Prompt griff die massiv anwesende Polizei ein und es kam zu Zusammenstößen, bei denen auch Wasserwerfer eingesetzt werden mussten.

Derweil zogen andere Landwirte mit ihren Traktoren zum Cargoflug-Unternehmen TNT. Hier wurden die Zufahrten längere Zeit blockiert. Damit protestierten die Milchbauern konkret gegen die Tatsache, dass Belgien massiv Lebensmittel aus dem fernen Ausland importiert, während die hiesigen Landwirte mit Überproduktion und niedrigen Erzeugerpreisen zu kämpfen hätten.

Luc Hollands von der Milcherzeuger-Interessengemeinschaft MIG sagte dazu, dass sich die Politik entscheiden müsse. Entweder falle die Wahl auf die traditionelle und familiäre Landwirtschaft oder auf eine industrielle Agrarwirtschaft.

Blockaden auch in der Provinz Luxemburg

Am Mittwoch gingen die Proteste der belgischen Landwirte weiter. So wurde in den Morgenstunden die Ausfahrt 29 auf der Autobahn E 411 Brüssel-Luxemburg blockiert. Entgegen anderslautenden Meldungen haben die Bauern aber nicht die Autobahnen vollständig gesperrt. PKW und die meisten Lastwagen werden durchgewinkt. Nur Lastwagen, die Lebensmittel transportieren, wurden an ihrer Weiterfahrt gehindert.

Am 7. September treffen sich die EU-Landwirtschaftsminister zu einem Sondergipfel zu diesem Thema. Bis dahin wollen die Landwirte nicht nur in Belgien ihren Druck aufrecht erhalten.